Datenatlas Bund - der souveräne Datenkatalog für die Bundesverwaltung
Die Bundesverwaltung arbeitet täglich mit exponentiell wachsenden Datenbeständen. Die Recherche, Aufbereitung und Zusammenstellung relevanter Daten in der vielfältigen Verwaltungslandschaft bindet entsprechend massiv Ressourcen. Als Antwort auf diese Herausforderung schafft der Datenatlas Bund einen Metadatenkatalog für Verwaltungsdaten.
Der Datenatlas Bund ist zum Jahresende 2025 offline genommen geworden, da der Rahmenvertrag des Bundesministeriums der Finanzen mit der Bundesdruckerei GmbH am 31. 12. 2025 planmäßig endete.
Datenatlas Bund: erste ressortübergreifende Bereitstellung von Metadaten
Die Bundesdruckerei GmbH wurde vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) beauftragt, für alle Bundesministerien und nachgeordnete Behörden den Datenatlas Bund zu entwickeln – einen gemeinsamen Metadatenkatalog für die Bundesverwaltung. Dieser ist ein zentrales Instrument in der Datenstrategie der Bundesregierung in der 20. Legislaturperiode - intuitiv nutzbar, transparent, ausgerichtet auf die Bedarfe der Mitarbeitenden in der Bundesverwaltung. Das Ziel: die Förderung von Datenkompetenz und eine bessere Übersicht über alle Datenbestände der Bundesverwaltung.
Die Plattform visualisiert Metadaten, die zwar Informationen über Merkmale eines Datenbestands geben, jedoch nichts über seinen Inhalt verraten. Nutzende erfahren zum Beispiel, in welcher Behörde ein Datenbestand wie ein Register in welchem Format vorliegt und wer dafür zuständig ist. So wird die ressortübergreifende Suche und Exploration der Datenbestände erleichtert. Bereits heute liefert der Datenatlas umfangreiche Ergebnisse: Mehrere hundert Datenbestände sind mittlerweile im Datenatlas Bund mit Metadaten beschrieben und verwaltungsintern veröffentlicht. Die Plattform ist somit die erste für die Verwaltung, die ressortübergreifend Transparenz zu Datenbeständen herstellt.
So profitiert die Bundesverwaltung vom Datenatlas
Der Datenatlas Bund steigert Effizienzen in der Datenrecherche und fördert den Informationsfluss in der Bundesverwaltung. Gleichzeitig erleichtert er den Mitarbeitenden in der Verwaltung, Informationen einheitlich aufzubereiten, ihre Relevanz zu bewerten und sie eigenständig innerhalb der Verwaltung zugänglich zu machen.
Innerhalb des Datenatlas werden die relevanten Datenquellen für eine Suchanfrage identifiziert und Verbindungen zwischen Datensätzen aufgezeigt. Die Nutzenden werden schnell und intuitiv zum gewünschten Ergebnis und der zuständigen Stelle geführt.
Wie der Datenatlas den Nutzenden in der Verwaltung hilft
Der Datenatlas Bund ist eine interne Plattform, die ausschließlich Mitarbeitenden der Bundesverwaltung (Ministerien einschließlich ihrer Geschäftsbereiche) zugänglich und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Mittels Metadaten stellt sie übersichtlich dar, wo welche Datenbestände verfügbar sind. Das erleichtert die Suche in relevanten Daten und hilft allen, die datengetriebene Projekte planen und durchführen wollen. Schon heute vereinfacht der Datenatlas Bund den Arbeitsalltag verschiedener Berufsgruppen innerhalb der Bundesverwaltung:
- Data Scientists und Data Engineers einer Behörde können die Struktur ihrer eigenen Datenbestände verbessern. Ebenso erhalten sie einen schnellen Überblick über sonst unbekannte Datenbestände und die zuständigen Fachexperten.
- Teams, die in Fachverfahren involviert sind, erkennen im Datenatlas, ob es Verbindungen und Schnittstellen mit anderen Fachverfahren gibt.
- Beauftragte des Datenschutzes erhalten Informationen, inwieweit in einem Datenbestand personenbezogene Daten verarbeitet wurden.
- Wer die Folgen eines neuen oder geänderten Gesetzes bewerten möchte, findet im Datenatlas Bund schnell Datenquellen zu entsprechenden Themen.
- Mitarbeitende, die Kleine Anfragen beantworten, erfahren über die Metadaten direkt, welche Ansprechpersonen welche Informationen beisteuern können.
- Wer Open Data für die Zivilgesellschaft oder Unternehmen bereitstellen möchte, sieht im Datenatlas Bund, welche Datenbestände im eigenen Verantwortungsbereich dafür infrage kommen.
- Die Datenlabore der Ministerien können neue Projekte zielgerichteter planen, weil ihnen ressorteigene Datenbestände übersichtlich angezeigt werden.
Mit dem Datenatlas der Bundesverwaltung zu verstärkter Datenkompetenz
Die Menge an relevanten Daten in der Bundesverwaltung steigt stetig. Gelingt es, diese effizient zu organisieren und Mitarbeitenden in der Verwaltung über eine gemeinsame Plattform zugänglich zu machen, ist die Basis gelegt, die Daten mithilfe von Automatisierung und KI zu erheben und zu nutzen.
Der Datenatlas Bund trägt als zentrale Metadaten-Plattform der Bundesverwaltung mit einem umfassenden Überblick über ihre Datenbestände bei. Dank der nutzerzentrierten Plattform mit einer intuitiven übersichtlichen Aufbereitung von Datenquellen schafft der Atlas die Basis für eine datengetriebene, effiziente und transparente Verwaltung. Er beendet die zeitintensive und aufwändige Suche nach Ansprechpartnern und das Pflegen doppelter Datensätze. Zugleich befähigt er Verwaltungsmitarbeitende, ihre Datenkompetenz aufzubauen und zu stärken. Wer mit dem Datenatlas Bund arbeitet, lernt in kurzer Zeit, Metadaten schnell zu finden und sie eigenständig systematisch zu erfassen. Darüber hinaus können Projekte zur Nutzung vorhandener Datensätze durch die Plattform von Anfang an beschleunigt werden, da bestehende relevante Daten über eine systematische Suche leicht ermittelt werden können.
Agile Entwicklung des Datenatlas der Bundesverwaltung durch die Bundesdruckerei GmbH
Der Datenatlas Bund ist ein Digitalisierungsprojekt des Bundesministeriums der Finanzen (BMF), entwickelt von der Bundesdruckerei GmbH. Er dient als interne Metadaten-Plattform für die gesamte Bundesverwaltung und unterstützt die Umsetzung der Datenstrategie des Bundes (2021 und 2023). Die Bundesdruckerei GmbH bringt für die Entwicklung des Datenatlas’ ein breites Kompetenzspektrum ein.
So wurden von Beginn an agile Entwicklungsmethoden in interdisziplinären Teams etabliert – bei der Erstellung des Konzepts, der Entwicklung und Evaluierung des Prototyps und bei der Überführung in den MVP-Status. Das Unternehmen setzt bei der Entwicklung des Datenatlas auf die Open-Data-Philosophie und integriert Technologien wie Künstliche Intelligenz und Sprachmodelle. Zudem bringt sie besondere Expertise in den Bereichen Anonymisierung und Pseudonymisierung ein.
Die aktuellen und zukünftigen Nutzenden – die Bundesverwaltungsmitarbeitenden – waren eng in den gesamten Entwicklungsprozess eingebunden.
Barrierefreiheit
Die Bundesdruckerei GmbH hat bei der Entwicklung des Datenatlas Bund großen Wert auf eine barrierefreie Umsetzung gelegt. Die Plattform ist vereinbar mit den Anforderungen der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0).
Fragen und Antworten zum Projekt
Der Datenatlas beinhaltet eine zentrale, verständlich visualisierte Metadatenbank, die einen vereinheitlichten, transparenten und leicht zugänglichen Überblick über die vorhandenen Datenbestände in der Verwaltung ermöglicht. Mitarbeitende der Bundesverwaltung können so relevante Datenbestände leichter identifizieren. Zudem erhalten sie Zugriff auf detaillierte Informationen über die Datensätze sowie Kontaktdaten von Ansprechpersonen. So können sie die zuständigen Stellen schneller adressieren, wenn sie die Datenbestände nutzen möchten. Das steigert die Effizienz in der Datennutzung.
Der Datenatlas enthält ausschließlich Metadaten, welche die Datenbestände fachlich, technisch und organisatorisch beschreiben. Wichtig: Der Zugriff auf die eigentlichen Nutzdaten erfolgt nicht über den Datenatlas selbst, sondern nur in Abstimmung mit den verantwortlichen Stellen. Welche Datenbestände im Datenatlas katalogisiert werden müssen, ist nicht festgelegt. Relevant sind grundsätzlich Datenbestände der Bundesverwaltung, die entweder aufgrund einer Rechtsgrundlage verarbeitet werden oder für politische Planungs- und Entscheidungsprozesse sowie die Regierungsarbeit wichtig sind. Zusätzlich können Datenbestände aufgenommen werden, die für die Aufgabenerfüllung anderer Organisationseinheiten von Interesse sind.
Grundsätzlich soll es im Rahmen des Projekts keine doppelte Erhebung von Metadaten geben. Allerdings kann es sinnvoll sein, bereits bestehende Informationen zu nutzen. Entscheidend ist dabei, ob diese aktuell genug sind, ob das Format passt und ob der erwartete Mehrwert den Aufwand rechtfertigt, der mit der Anbindung an die Schnittstelle des Datenatlas Bund einhergeht.
Die Expertinnen und Experten des Datenatlas-Teams der Bundesdruckerei GmbH haben das am 1. Dezember 2025 veröffentlichte pro-bono-Gutachten von Prof. Zellhöfer eingehend fachlich geprüft und kommen zu dem Fazit: Der Autor hat offensichtlich nur das Frontend des Systems begutachtet; das Backend sowie die umfangreichen Programmierschnittstellen waren jedenfalls nicht Teil seiner Evaluierung – insbesondere jene Schnittstellen sind jedoch für versierte Nutzende und Data Scientists in den Bundesministerien und Bundesbehörden gedacht.
Die Funktionalitäten des Systems sind interoperabel, standardisiert und Open-source-basiert entworfen und entwickelt worden. Das Gutachten müsste also das System entsprechend ganzheitlich betrachten. Entgegen den Aussagen des Autors verwendet der Datenatlas beispielsweise einen Wissensgraphen und erfüllt bereits die Anforderungen an standardbasierte Metadatenmodellierung nach DCAT-AP.de.
Die Vorwürfe und Meinungen des Autors, insbesondere an Semantik, Interoperabilität und Modellierung sind somit nicht haltbar. Auch die im Gutachten kritisierte Suchfunktion ist über die Datenatlas REST-API vollumfänglich und allen Anforderungen an Information Retrieval entsprechend verfügbar.
Dem Autor fehlte klar erkennbar der Zugang zu Detailinformationen über den nicht-öffentlichen Datenatlas (nur Mitarbeitende in Bundesministerien und oberen Bundesbehörden haben entsprechend der Vorgaben des Auftraggebers Zugriff auf das System). Auf Seite 129 schreibt er selbst: „Da der Autor weder an der Konzeption noch der Umsetzung des Datenatlas beteiligt war, wurde das Gutachten ohne interne Projektkenntnisse erstellt“. Offenbar konnte der Autor nur über einen Mitarbeitenden der Bundesverwaltung und „im Rahmen einer kursorischen Sichtprüfung im Umfang von ca. 30 Minuten“ (Seite 66 des Gutachtens) auf das Produktivsystem des Datenatlas zugreifen; ob und inwieweit die Sichtprüfung überhaupt autorisiert war, muss an anderer Stelle entschieden werden.
Dr. Kim Nguyen, Leiter Innovation der Bundesdruckerei GmbH, sagt: “Der Datenatlas zeigt, wie sinnvoll datengetriebene Arbeit sein kann. Laut Datenstrategie des Bundes sollen Daten erfasst und verständlich aufbereitet werden; laut Koalitionsvertrag müssen Daten zwischen Behörden fließen, intelligent verbunden werden und auf einer verlässlichen Basis stehen. Für die Verwaltung heißt das: Daten nicht nur sammeln, sondern verstehen, sie verknüpfen und sichtbar machen. Der Datenatlas tut genau das: Er gibt Informationen eine Struktur, macht Zusammenhänge klar und öffnet die Tür zu besseren Entscheidungen. Er ist ein Schritt in Richtung einer Verwaltung, die schneller reagieren, klügere Politik gestalten und zielgerichteter handeln kann.”
Sie haben Fragen zum Datenatlas Bund?
Schreiben Sie uns eine E-Mail an datenatlas@bdr.de.