Projekt

Digitale Bildungsnachweise im Praxistest mit dem Abiturzeugnis 2026

Im Feldtest 2026 wird das Abiturzeugnis zusätzlich zur Papierurkunde digital bereitgestellt - als sicher prüfbares PDF. Es ist der erste Schritt zu digitalen Bildungsnachweisen, die ab 2027 in der EUDI-Wallet abgelegt werden können.

Veröffentlicht am 03.09.2026

Jedes Jahr stellen Deutschlands Schulen Hunderttausende Abiturzeugnisse aus. Wenige Wochen später landen Originale oder beglaubigte Kopien dieser Dokumente bei Hochschulen, Unternehmen und Behörden. Dort übertragen Sachbearbeitende Noten oft noch von Hand in interne Systeme und prüfen Papiere einzeln auf Echtheit. Solche Medienbrüche binden auf allen Seiten wertvolle Zeit und Personal.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) entwickelt die Bundesdruckerei GmbH deshalb einen digitalen Prüf- und Ausstelldienst für die Bundesländer. Bildungsnachweise lassen sich darüber künftig fälschungssicher bereitstellen: zunächst als elektronisch gesiegeltes PDF und ab 2027 als Nachweis in der digitalen Brieftasche, der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet). 

Mit der Pilotierung des digitalen Abiturzeugnisses treten in den ausstellenden und annehmenden Stellen Fragen auf, z. B.: Wie werden die digitalen Dokumente korrekt ausgewertet und verifiziert? Diese Seite dient als zentrale Informationsquelle insbesondere für die sichere Prüfung im Zulassungsprozess.

Direktguide für Hochschulen

Sie haben ein digitales Abiturzeugnis als PDF erhalten? Das digital gesiegelte Dokument ist eine offizielle Ausfertigung. Eine Rückfrage bei der ausstellenden Schule ist nicht erforderlich.

Piktogramm mit Paragraf Zeichen

Rechtssicherheit

Das qualifizierte elektronische Siegel des Bundeslands verleiht dem PDF dieselbe Beweiskraft wie die einer analogen Papierurkunde.

Echtheit verifizieren

Öffnen Sie das PDF in einem Standard-Reader (automatische Prüfung über die Zertifikats- und Signaturanzeige) oder nutzen Sie das CloudPDF-API Ihres Campus-Management-Systems.

Zertifikat Unterschrift Piktogramm

Noten auslesen

Fächer und Noten liegen als strukturierter XML-Anhang (XSchule) im PDF und lassen sich automatisiert in Ihr System übernehmen.

Das Projekt „Digitales Abiturzeugnis“ und die Vision

In der Bundesrepublik sind die Bundesländer für die Bildung und Schulverwaltung zuständig. Durch eine gemeinsame Infrastruktur unterstützt das Projekt „Digitales Abiturzeugnis“ die Kulturhoheit und Bildungsvielfalt der Bundesländer und ebnet gleichzeitig den Weg für die Integration in die EUDI-Wallet.

Drei Schwerpunkte stehen im Fokus:

  1. Digitale Ausstellung und Verifikation: Bewerbende reichen ihre Nachweise rein digital ein. Zulassungsprozesse an Hochschulen und perspektivisch bei weiteren Stellen lassen sich automatisieren. 
  2. Durchgehende Fälschungssicherheit: Kryptografische Verfahren schützen Nachweise verlässlich vor Manipulation sowohl beim gesiegelten PDF als auch künftig in der EUDI-Wallet. Jegliche Änderung wird beim Verifizieren sofort erkannt. 
  3. Europäische Anschlussfähigkeit ab 2027: Die Integration in die EUDI-Wallet macht Bildungsnachweise Teil der künftigen digitalen Brieftasche auf dem Smartphone – sicher verwahrt neben Personalausweis oder Führerschein. Das legt den Grundstein für grenzüberschreitende Standards: Studierende und Fachkräfte können perspektivisch ihre Abschlüsse im EU-Ausland ohne zusätzliche Beglaubigungshürden digital vorlegen.

Technischer Aufbau digitaler Bildungsnachweise

Das digital ausgefertigte Abiturzeugnis setzt auf ein mehrstufiges, zukunftssicheres Dokumentenformat. Die Bundesdruckerei GmbH verknüpft dafür das vertraute PDF-Format mit maschinenlesbaren Daten und einem digitalen, länderspezifischen Siegel. Damit funktioniert das Zeugnis schon heute vollständig – und legt zugleich das Fundament für die EUDI-Wallet, da Siegelinfrastruktur und interoperable Daten erhalten bleiben und sich künftig direkt als Wallet-Nachweise nutzen lassen.

Konkret verbindet das Dokument dafür die folgenden Ebenen:

Piktogramm eines Dokuments
Die visuelle Ebene (für den Menschen)

Das digitale Zeugnis ist zunächst ein gewöhnliches PDF, das in jedem Standard-Reader lesbar ist. Optisch entspricht es der vertrauten Papierurkunde – bis auf die händische Unterschrift, die durch eine digitale Signatur ersetzt wird.

Eingebettete Daten (für die Maschine)

Unsichtbar unter dieser Oberfläche ist ein strukturierter XML-Anhang im Standard XSchule eingebettet. Campus-Management-Systeme lesen daraus Fächer, Noten und IDs automatisiert aus.

Digitale Siegelung (für die Sicherheit)

Sobald die Schule das Zeugnis freigibt, erfolgt der unveränderliche Verschluss über das qualifizierte elektronische Siegel des jeweiligen Bundeslands. Jede nachträgliche Manipulation an den Notendaten oder dem Fließtext führt zum sofortigen Verlust der Siegelgültigkeit, was bei der Verifikation unverzüglich erkannt wird. Während die Bundesdruckerei GmbH die Infrastruktur stellt, bürgt das Land somit für die Unverändertheit.

Dezentrale Architektur als Fundament der Datensicherheit

Sicherheit bedeutet bei staatlichen Dokumenten nicht nur Fälschungsschutz, sondern vor allem auch Datensouveränität. Die Infrastruktur fußt daher konsequent nach dem Prinzip „Privacy by Design“ auf einer dezentralen Grundstruktur.

Sämtliche Zeugnisdaten stammen aus den Datenquellen im Verantwortungsbereich der Länder und Schulen. Das schafft ein hohes Maß an Vertrauen, das sich bereits in der Praxis zeigt. Fast 99 Prozent der Schüler und Schülerinnen stimmen der zweckgebundenen Datenverarbeitung im laufenden Feldtest uneingeschränkt zu.

Digitales Zeugnis im Feldtest 2026

Vorbereitet wird der Übergang in die Wallet-Architektur aktuell durch überregionale Feldtests des digitalen Abiturzeugnisses. In Rheinland-Pfalz und Niedersachsen läuft die Erprobung bereits mit Echtdaten von Abschlussjahrgängen, während Brandenburg das Verfahren parallel mit Testdaten simuliert. Wie sich das Projekt im behördlichen Alltag bewährt, zeigt sich bei den folgenden zentralen Zielgruppen:

FAQ: Weitere Fragen zum Projekt

Es handelt sich um eine offizielle digitale Ausfertigung des Zeugnisses. Durch das qualifizierte elektronische Siegel des jeweiligen Bundeslands besitzt das Dokument auf höchster europäischer Vertrauensstufe dieselbe Beweiskraft wie die analoge Urkunde.

Da das Dokument ein qualifiziertes elektronisches Siegel besitzt, sollte es je nach Landesrecht im Zulassungsprozess akzeptiert werden. Eine separate Bestätigung durch die ausstellende Schule ist nicht erforderlich: Die Echtheit lässt sich direkt im PDF-Reader oder automatisiert über das CloudPDF-API der Hochschule verifizieren.

Die digitale Ausfertigung ist ein reines Zusatzangebot – ein digitaler „Beschleuniger“, der Absolventen und Absolventinnen das Leben bei Online-Bewerbungen erleichtert.

Hochschulen nutzen dafür perspektivisch den automatisierten CloudPDF-Verifikationsendpunkt (API). Als manueller Übergangsweg reicht das Öffnen im Standard-PDF-Reader: Die integrierte Signaturprüfungsfunktion bestätigt die Integrität des Siegels sofort.

Ein Scan ist lediglich ein digitales Bild ohne Fälschungsschutz und ohne maschinenlesbare Struktur. Das digitale Abiturzeugnis hingegen ist ein intelligentes Dokument, das zwei entscheidende Vorteile bietet:

  1. Automatisierung: Es enthält die strukturierten Notendaten im XML-Standard XSchule, sodass Campus-Management-Systeme sie direkt und fehlerfrei auslesen können.
  2. Sicherheit: Ein qualifiziertes elektronisches Siegel des Bundeslands schützt das Dokument kryptografisch. Jede nachträgliche Änderung führt zum sofortigen Verlust der Siegelgültigkeit.

Ja. Zeugnisse aus dem Pilotierungsjahr 2025 mit einem Siegel der vormals beauftragten SPRIND GmbH bleiben unbegrenzt gültig und voll validierbar.

Nein, es gibt keine zentrale Datenbank. Die Anwendung CloudPDF arbeitet nach dem Prinzip „Privacy by Design“ rein dezentral als geschützter Webservice. Die Datenhoheit verbleibt vollständig bei den Schulen bzw. Ländern.

Ihr direkter Draht zum Projektteam

Haben Sie Fragen zur Anbindung, benötigen Sie technische Spezifikationen für Ihr Campus-Management-System oder wünschen Sie Informationsmaterialien für Ihr Bundesland? Das Projektteam der Bundesdruckerei GmbH unterstützt Sie bei der Umsetzung.

- Für Hochschulen & IT-Dienstleister: technische Dokumentation zur API-Integration des CloudPDF-Verifikationsendpunkts.
- Für Länder & Schulen: Beratung zu den organisatorischen Schritten und Schnittstellen für die kommende Schulanbindung.

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