Moderne digitale Verwaltung: mehr Angebote und Services für Bürger

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Deutsche Behörden setzen vermehrt auf die digitalen Services. Künftig können Bürger alle Angebote über eine zentrale Plattform für digitale Verwaltung nutzen.

Ein Auto anmelden, nach einem Umzug die neue Adresse eintragen lassen oder auch den Personalausweis verlängern – oftmals sind solche Amtshandlungen mit Aufwand und lästigen Behördengängen verbunden. Wer Glück hat, bekommt spontan einen Termin, wer Pech hat, wartet teils stundenlang vor Ort. Und das in Zeiten, in denen Essen und Kleidung im Netz gekauft, Konten online eröffnet und Rechnungen digital versendet werden. Doch auch die Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sollen endlich digitaler werden. Ziel ist es, Service-Angebote zu schaffen, die den Behördengang zukünftig ersetzen.

Eine Idee, die ein Großteil der Bürger in Deutschland befürwortet. Laut dem im November 2019 veröffentlichten „Digital Government Barometer“ von Sopra Steria können sich mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Befragten grundsätzlich vorstellen, sämtliche Verwaltungsservices über das Internet zu nutzen. Das bereits bestehende E-Government-Angebot empfinden rund 60 Prozent als zu gering.

Angst vor Datenmissbrauch im E-Government

Doch obwohl eine große Mehrheit der Bürger den Ausbau des behördlichen Online-Angebots befürwortet, gibt es auch Bedenken. So äußert rund jeder Fünfte die Sorge, seine Daten könnten im E-Government in falsche Hände geraten (23 Prozent) oder missbräuchlich verwendet werden (20 Prozent). Sicherheitsbedenken sind damit die am häufigsten genannten Argumente gegen die Nutzung digitaler Bürgerdienste. Hier bedarf es sowohl transparenter Informationen zu den Sicherheitsstandards als auch Vorkehrungen, damit E-Government-Angebote zukünftig wirklich genutzt werden. Gleichzeitig sind Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit gewünscht. Rund 40 Prozent der von Sopra Steria Befragten sprechen sich beispielsweise für eine zentrale Plattform aus, auf der sie alle Verwaltungsaufgaben auf einen Blick angezeigt bekommen und bearbeiten können.

An dieser Stelle setzt das geplante Bundesportal an. Als zentrale Digitalisierungsplattform des Bundes soll es alle Verwaltungsangebote aus Bund, Ländern und Kommunen bündeln. Damit kommt die Bundesregierung ihrer Verpflichtung aus dem Onlinezugangsgesetz (OZG) nach. Dieses sieht vor, dass Bund und Länder bis 2022 elektronische Verwaltungsportale für Bürger und Unternehmen anbieten und sie zu einem Portalverbund verknüpfen müssen. Schon jetzt ist unter www.beta.bund.de eine Betaversion online. Dort können sich Nutzer zu Themen wie Kindergeld oder Steuererklärung vorerst nur informieren. Das soll sich zukünftig ändern – wenn möglichst viele Ämter ihre Formulare hier digitalisiert zur Verfügung stellen.

Bedarfsgerechter Service – mit Sicherheit

Für die Behörden hat das Andocken ans Bundesportal zwei zentrale Vorteile: Sie reduzieren ihren eigenen Verwaltungsaufwand und sparen Geld. Jede kommunale Verwaltung kann sich an das Bundesportal andocken und ihre Services anbieten. Der Bürger kann aus verschiedenen Online-Produkten auswählen.

Das Bundesportal bietet den deutschen und zukünftig auch allen EU-Bürgern zahlreiche Verwaltungsleistungen über ein einheitliches Portal. Es ermöglicht den direkten Zugang zu Informationen sowie Leistungen der Behörden in Bund, Ländern und Kommunen. Bürger oder Unternehmen mit einem konkreten Anliegen geben die gewünschte Verwaltungsleistung und den betreffenden Ort ein. Basis aller digitalen Verwaltungsdienstleistungen ist die sichere Identifizierung von Personen und Organisationen. Dafür sollen einheitliche nationale Bürger- beziehungsweise Unternehmenskonten eingeführt werden. Nutzer haben darüber hinaus die Möglichkeit, ein Nutzerkonto für die Kommunikation mit den Behörden selbst einzurichten.

Schneller Austausch, höchste Sicherheit, minimale Wartezeiten: Das Bundesportal mag den Auge-zu-Auge-Kontakt zum Amt reduzieren – am Ende aber bringt es die Verwaltung näher an den Menschen.

 

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