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Vom Handschuhfach in die EUDI-Wallet: Bundesdruckerei demonstriert grenzenlose Nutzung des digitalen Fahrzeugscheins

Berlin, 27. April 2026 Wer ein Auto mit Familienmitgliedern oder im beruflichen Alltag teilt, kennt das Problem: Der Fahrzeugschein wird bei Werkstattbesuch, Polizeikontrolle oder der Hauptuntersuchung benötigt. Allerdings liegt er nicht, wie angenommen, im Fahrzeug, sondern bei einer anderen Person oder zu Hause. Eine Lösung für dieses Problem soll künftig die EUDI-Wallet bieten – und zwar über Europas Ländergrenzen hinweg. Dafür erprobt das EU-Projekt Large-Scale Pilot APTITUDE unter Mitwirkung der Bundesdruckerei-Gruppe den Anwendungsfall „Mobile Vehicle Registration Certificate“ (mVRC) im EUDI-Wallet-Ökosystem. „Den digitalen Fahrzeugschein können Menschen in Deutschland mit der i-Kfz-App bereits über das Smartphone präsentieren und teilen. Damit nehmen wir in Europa eine klare Vorreiterrolle ein.“, sagt Elisabeth Grießl, Senior Solution Managerin bei der Bundesdruckerei GmbH. „Die Integration des digitalen Fahrzeugscheins in die EUDI-Wallet wird die reibungslose Verkehrskontrolle und unkomplizierte digitale Weitergabe in allen Ländern der Europäischen Union möglich machen.“ 

Teilen von Nachweisen in europäischer Zusammenarbeit

Im Beitrag „Weitergabe von Nachweisen im EUDI-Wallet Kontext am Beispiel i-Kfz-App“ auf dem eIDAS Summit 2026 zeigt Grießl gemeinsam mit Michael Stehle, i-Kfz Projektleiter, Bundesministerium für Verkehr, anhand einer Demo, wie die praktische Weitergabe eines Digitalen Fahrzeugscheins mit der digitalen Brieftasche erfolgt. Daneben vermittelt der Vortrag, welche Erfahrungen aus der nationalen i-Kfz-App aktiv in das Projekt APTITUDE eingeflossen sind, welche technischen Spezifikationen für eine Implementierung in die EUDI-Wallet notwendig sind und wie sich die Pilotszenarien gestaltet haben, um die Lösung praktisch zu evaluieren. Zudem wird erläutert, wie die gewonnenen Erkenntnisse künftig zur Etablierung einer interoperablen, vertrauenswürdigen Infrastruktur beitragen können, die den grenzüberschreitenden Austausch digitaler Nachweise künftig für Bürger und Bürgerinnen, Behörden und Unternehmen ermöglicht.

Erfolgreiche Nutzung nationaler Lösung

Basis für die in APTITUDE erprobte Lösung ist die i-Kfz-App, die gemeinsam von Bundesdruckerei und Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) entwickelt wurde. Mit der digitalen Lösung wird die bisher geltende Mitführungspflicht des Fahrzeugscheins in Papierform in Deutschland perspektivisch entfallen, die Verwaltung und Nutzung des Fahrzeugscheins bei Werkstattbesuchen, Polizeikontrollen oder der Hauptuntersuchung vereinfacht. Autofahrer und Autofahrerinnen können in der i-Kfz-App zudem Fahrzeugscheine für verschiedene Autos und Fahrzeugtypen hinterlegen oder diese mit anderen Fahrenden entsprechender Fahrzeuge teilen.  

Im März nutzten bereits 1,5 Millionen Personen die App. Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im Auftrag der Bundesdruckerei GmbH zeigt eine positive Resonanz: Rund drei Viertel der Nutzenden (73 %) sind von der Anwendung überzeugt und würden die i-Kfz-App Freunden oder Familie weiterempfehlen. Den notwendigen Identifikationsvorgang in der App über die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises bewertet die Mehrheit (56 %) als „komfortabel“ oder „sehr komfortabel“. Mehr als zwei Drittel der Nutzenden (69 %) vertrauen darauf, dass persönliche Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt sind.  

Die Keynote “Weitergabe von Nachweisen im EUDI-Wallet Kontext am Beispiel i-Kfz-App" von Elisabeth Grießl und Michael Stehle findet am 28. April von 17:20 – 17:35 Uhr auf der Main Stage des eIDAS Summits in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin statt.