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„Goldstandard“ Online-Ausweis: Zentrale Rolle für die digitale Transformation auf Digitalgipfel bestätigt

20. November 2023 - Bundesdruckerei-Gruppe und Techniker Krankenkasse demonstrierten auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung in Jena das Potenzial der Online-Ausweisfunktion (eID) als hochsichere digitale Identität im Gesundheitswesen. Die anschließende Diskussion unter Beteiligung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Vertretern aus der Wirtschaft machte deutlich, dass die eID für eine erfolgreiche Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft besonders bedeutend ist – es aber noch viel zu tun gibt.

International gelobter Online-Ausweis

Bei der Veranstaltung mit dem Titel „Digitale Identität – ein Schlüssel für alles. Kickstart im Gesundheitswesen“ zeigten Bundesdruckerei und Techniker Krankenkasse mittels zwei reichweitenstarken Anwendungsfällen, wie einfach und sicher die Nutzung digitaler Identitäten ist. Ralf Degner von der TK demonstrierte die Identifizierung und Anmeldung an der elektronischen Patientenakte in der App der TK mit Hilfe der Online-Ausweisfunktion. Jens Ehreke von der Bundesdruckerei zeigte daraufhin, wie praxisrelevante Fälle zukünftig bequem und nutzungsfreundlich in der Zukunftsvision einer digitalen Brieftasche „Wallet“ abgebildet werden könnten. In der anschließenden Diskussion wurden die Möglichkeiten und Potenziale der eID als hochsichere digitale Identität erörtert.

Ernst Bürger, Abteilungsleiter Digitale Verwaltung; Steuerung OZG im BMI, stellte heraus, dass der Online-Ausweis als digitale Identität international für seine Sicherheit gelobt werde. Um seine Verbreitung weiter zu befördern, müsse die Infrastruktur aber weiter gehärtet und ausgebaut werden. Auch werde man mit eIDAS 2.0 nach europäischem Recht in einem offenen Konsultationsprozess an der „Wallet“ arbeiten. Diese werde Einzelpersonen und Organisationen kostenlos zur Verfügung gestellt und offen für verschiedene Berechtigungsnachweise sein.

Bei der digitalen Transformation im Gesundheitswesen habe man einen ambitionierten Fahrplan, sagte Dr. Susanne Ozegowski, Abteilungsleiterin Digitalisierung und Innovation im BMG. Bereits ab 2024 werde das elektronische Rezept Standard in der Arzneimittelversorgung, ab 2025 solle die elektronische Patientenakte für jeden kommen und später auch eine Videosprechstunde beim Arzt oder der Ärztin alltägliche Praxis werden. Voraussetzung dafür seien digitale Identitäten, denn sie würden Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit verbinden. Indem die eID gesetzlich den Identifikations- und Authentifizierungsprozessen der elektronischen Gesundheitskarte gleichgestellt werde, trage das Gesundheitswesen dazu bei, dass die digitale Identität als wichtige Infrastrukturkomponente in Deutschland nun Fuß fasse.

eID soll bekannter werden

Datensicherheit werde es nicht ohne digitale Identität geben, stellte Claudia Plattner klar. Die Präsidentin des BSI freute sich deshalb besonders über den Schulterschluss mit dem Gesundheitsministerium. Jeder Nutzende sei hier ein Schritt nach vorne, so Plattner. Man verfüge mit der eID in Deutschland über einen „Goldstandard“, den man allerdings unter die Leute bringen müsse.

Gute Voraussetzungen dafür sieht Dr. Claudia Thamm, Senior Vice President Bundesdruckerei GmbH. Schließlich verfüge fast jede Person in Deutschland bereits über einen aktivierten Personalausweis und könne damit digital agieren. Die Zahlen bei der eID-Nutzung seien jedoch weiterhin deutlich zu niedrig, so Thamm. Um die Bekanntheit des Online-Ausweises zu steigern, würden Anwendungen in der Verwaltung nicht ausreichen. „Wir brauchen die Wirtschaft“, so Thamm. Ebenfalls müsse die Nutzung vereinfacht werden. Hier könne gerade die „Wallet“ einen großen Schritt nach vorn bedeuten.

Ronnie Schrumpf, Senior Referent Customer Identity Management bei der ING Bank erklärte, dass bereits ein Teil der ING-Kundschaft die eID als Identifikationsmöglichkeit gerne nutze. Allerdings sah auch er die Notwendigkeit von mehr Anwendungsfällen, um den Anteil der Nutzenden zu erhöhen. Mit einem positiven Ausblick schloss Ralf Degner, Leiter Digital Office & Project Consulting bei der TK. Die Gesundheitsanwendungen dürften die Nutzung der eID-Nutzung wesentlich befördern, so Degner. Allerdings müsse der Vorgang dann auch gut funktionieren. Dafür müsse die Infrastruktur stehen, appellierte er an alle Beteiligten.