Kartenlose TI-Authentisierung mit der HSM-B
Berlin, 26. Oktober 2026. D-Trust, der Vertrauensdiensteanbieter der Bundesdruckerei-Gruppe, hat den Echtbetrieb der HSM-B (Hardware Security Module-B) im Sommer 2026 erfolgreich aufgenommen. Die Lösung ermöglicht es Einrichtungen im Gesundheitswesen, ihre digitale Identität in der Telematikinfrastruktur (TI) vollständig kartenlos nachzuweisen. Damit entfällt der bisher obligatorische physische Praxis- und Institutionsausweis (SMC-B).
Seit Herbst 2026 können neben Ärzten und Ärztinnen sowie Zahnärzten und Zahnärztinnen ab sofort auch Krankenhäuser, Krankenhausapotheken, Privatkliniken sowie Reha-Einrichtungen die HSM-B bei D-Trust bestellen. Auch für Gesundheitshandwerker und Hilfmittelerbringer ist die Bestellung in wenigen Wochen möglich.
Die Anbindung für Apotheken ist für Anfang 2027 geplant.
Einführung in Pilotprojekt und Friendly User Tests erprobt
Der erfolgreichen Markteinführung gingen Pilotprojekte voraus. Im Rahmen mehrerer Friendly User Tests wurde die HSM-B-Lösung unter realen Produktivbedingungen erprobt und dabei zahlreiche bislang im Rechenzentrum eingesetzte Praxis- und Institutionsausweise (SMC-B) erfolgreich ersetzt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind direkt in den nun gestarteten Echtbetrieb eingeflossen.
Die HSM-B-Lösung vereinfacht die Verwaltung von TI-Karten und Zertifikaten grundlegend. Statt physischer Praxis- und Institutionsausweise (SMC-B) wird die digitale Institutionsidentität direkt in einem besonders geschützten Sicherheitsmodul im Rechenzentrum gespeichert und verarbeitet.
Wie auch die bisherigen Karten ermöglicht ein HSM-B über die Verbindung mit einem TI-Gateway-Anbieter die Authentifikation der Institution und damit die sichere Verbindung zur Telematikinfrastruktur. Das ist die Basis für eine sichere Kommunikation innerhalb der TI und Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte sowie alle Anwendungen wie die elektronische Patientenakte oder das E-Rezept.
Gematik GmbH bestätigt Einsatz für verschiedene Berufsgruppen
Zusätzlich bietet der virtuelle Ausweis konkrete Erleichterungen für medizinische Einrichtungen:
- Mehrere HSM-Bs können ohne Hardware-Logistik zentral ersetzt und verwaltet werden
- Keine wiederholten PIN-Eingaben und kein Kartentausch
- Höhere Systemstabilität und Ausfallsicherheit durch redundanten Betrieb im Rechenzentrum
Die HSM-B ist dabei hardwareunabhängig: Als reines Zertifikatsprodukt ist sie ohne zusätzliche Hardware online nutzbar. Der virtuelle Zugang zur Telematikinfrastruktur ist einfach und sicher, eine tägliche PIN-Eingabe ist nicht notwendig. Und die HSM-B ist sofort einsatzbereit: Über das Antragsportal läuft der Antragsprozess schnell, der Umstieg gelingt reibungslos, und der Zeitversatz durch den PIN-Versand entfällt.