Was ist der Deutschland-Stack?

In Kürze erklärt 

  • Der Deutschland-Stack (kurz D-Stack) ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Ordnungsrahmen für die digitale Verwaltung. 
  • Er verbindet Technologie, Standards und Governance zu einer souveränen, Infrastruktur, die direkt nutzbare Software-Lösungen beinhaltet. 
  • Ziel ist es, digitale Verwaltungsleistungen schneller, wiederverwendbar und durchgängig nutzbar zu machen.

Der Deutschland-Stack ist ein Ordnungsrahmen für die digitale Verwaltung in Deutschland. Er beschreibt kein einzelnes Produkt, sondern die strukturierte Kombination aus Technologie, Standards und Governance. Ziel ist es, digitale Verwaltungsleistungen effizient, skalierbar und über alle Ebenen hinweg nutzbar zu machen. Der Deutschland-Stack soll dabei nicht nur die technische Infrastruktur umfassen, sondern auch ausgereifte Software-Lösungen, die von Behörden nachgenutzt werden können.

Warum braucht es den Deutschland-Stack?

Die Notwendigkeit des Deutschland-Stacks ergibt sich aus drei zentralen strukturellen Herausforderungen, die die Digitalisierung der Verwaltung bislang bremsen:

Fragmentierung 

  • viele Einzellösungen 
  • unterschiedliche Systeme je Ebene 
  • geringe Nachnutzung

Fehlende Wiederverwendung 

  • ähnliche Leistungen werden mehrfach entwickelt 
  • wenig Skaleneffekte 
  • hohe Kosten und lange Umsetzungszeiten

Mangelnde Interoperabilität 

  • Systeme sprechen nicht miteinander 
  • Medienbrüche 
  • Daten müssen mehrfach eingegeben werden

Der Deutschland-Stack ist ein digitalpolitisches Projekt, das im Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) liegt. Die Einführung des D-Stacks wurde im Koalitionsvertrag 2025 fixiert. 

Bis 2028 wird der Deutschland-Stack schrittweise weiterentwickelt. Dabei entstehen konkrete Angebote für Bund, Länder und Kommunen, die die Verwaltungsdigitalisierung standardisierter, interoperabler und skalierbarer machen. 

So haben sich alle Bundesländer im Juni 2026 darauf verständigt, zentrale Basisdienste des D-Stacks flächendeckend anzubinden: Zu den Komponenten gehören Dienste zur digitalen Identität (eID, EUDI-Wallet), NOOTS für den Nachweisdatenabruf sowie die Datentransportinfrastruktur FIT-Connect. Der Bund finanziert dabei überwiegend Entwicklung und Betrieb der Komponenten.

Der Deutschland-Stack auf einen Blick

Die Grafik zeigt die zentralen Schichten des Deutschland-Stacks – von der technischen Infrastruktur bis zur Governance, die den verbindlichen Rahmen setzt.

Der Deutschland-Stack folgt einer klaren Struktur aus aufeinander aufbauenden Schichten. Diese greifen ineinander und ermöglichen gemeinsam durchgängige digitale Prozesse. Die unteren Ebenen schaffen die technische und organisatorische Grundlage für die darüberliegenden Komponenten. Zentrale Basisdienste verbinden die verschiedenen Schichten miteinander und sorgen für Wiederverwendbarkeit. Eine verbindliche Governance stellt sicher, dass Standards eingehalten und Lösungen übergreifend nutzbar werden. 

Ziel ist, dass der Deutschland-Stack eine Vielzahl von Lösungen bereitstellt, die von Ländern und Kommunen nachgenutzt werden und somit eine Verwaltungs-IT-Landschaft etablieren, die interoperabel und souverän funktioniert. 

Erfahren Sie hier mehr zu den einzelnen Schichten des Deutschland-Stacks.

Die Rolle der Bundesdruckerei-Gruppe beim Deutschland-Stack

Als Technologieunternehmen des Bundes kann die Bundesdruckerei-Gruppe den Aufbau des Deutschland-Stacks unterstützen, insbesondere mit Lösungen der Tochtergesellschaften für digitale Identitäten, Nachweise, Signaturen, Portale, sichere Kommunikation und den vertrauenswürdigen Datenaustausch. Wobei Sicherheit, Interoperabilität und bundesweite Anschlussfähigkeit von Anfang an mitgedacht werden. 

So können die Konzerngesellschaften der Bundesdruckerei-Gruppe in jeder Schicht dazu beitragen, dass aus dem Deutschland-Stack nicht nur ein technischer Ordnungsrahmen wird, sondern eine belastbare Grundlage für eine sichere und nutzungsfreundliche digitale Verwaltung.

Zwei Prinzipien im Zentrum: Souveränität und Interoperabilität

Im Kern des Deutschland-Stacks stehen zwei Leitprinzipien: Souveränität und Interoperabilität. Sie bestimmen, wie die souveräne Technologie-Plattform gestaltet und betrieben wird.

Souveränität 

Souveränität bedeutet, dass Staat und Verwaltung die Kontrolle über kritische digitale Infrastrukturen behalten. Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern werden reduziert, indem offene Standards genutzt und technologische Alternativen ermöglicht werden. Gleichzeitig wird die europäische Anschlussfähigkeit gestärkt, sodass Lösungen auch über nationale Grenzen hinweg kompatibel bleiben.

Interoperabilität 

Interoperabilität sorgt dafür, dass Systeme miteinander kommunizieren, Daten standardisiert ausgetauscht und Prozesse medienbruchfrei ablaufen können. Einheitliche Schnittstellen und gemeinsame Standards ermöglichen es, dass unterschiedliche Anwendungen nahtlos zusammenarbeiten können. Für den Deutschland-Stack ist ein interoperables Ökosystem somit ein zentrales Gestaltungsprinzip. Nur so kann auch eine anschlussfähige digitale Verwaltungsplattform entstehen, die nicht isoliert, sondern als vernetztes Gesamtsystem funktioniert.

Was ändert sich konkret?

Der Deutschland-Stack entfaltet seine Wirkung für verschiedene Zielgruppen auf unterschiedliche Weise:

Piktogramm Behörde

Für Behörden 

  • schnelle Umsetzung digitaler Dienste 
  • weniger Doppelentwicklung 
  • bessere Zusammenarbeit zwischen Ebenen

Verwaltungen profitieren davon, dass Lösungen nicht mehr isoliert entwickelt werden müssen. Stattdessen können bestehende Komponenten wiederverwendet und integriert werden. Das spart Zeit, reduziert Kosten und erhöht die Qualität der Angebote.

Piktogramm Service Hotline

Für IT-Dienstleister 

  • klare Anforderungen und Standards 
  • bessere Anschlussfähigkeit von Lösungen 
  • mehr Skalierungsoptionen 

Für Unternehmen und IT-Dienstleister schafft der Deutschland-Stack einen verlässlichen Rahmen. Klare Vorgaben erleichtern die Entwicklung kompatibler Lösungen. Gleichzeitig eröffnet die Standardisierung neue Möglichkeiten, Anwendungen über mehrere Verwaltungsebenen hinweg einzusetzen.

Piktogramm Team

Für Bürger und Bürgerinnen 

  • weniger Medienbrüche 
  • konsistente Nutzererfahrung 
  • durchgängig digitale Prozesse 

Bürger und Bürgerinnen erleben eine deutlich vereinfachte Interaktion mit der Verwaltung. Daten müssen nicht mehrfach eingegeben werden, Prozesse laufen digital durch und Services wirken konsistenter – unabhängig davon, welche Behörde zuständig ist.

Fazit: Vom Projektdenken zum Systemansatz

Der Deutschland-Stack steht für einen grundlegenden Perspektivwechsel: weg vom isolierten Projektdenken hin zu einem systemischen Ansatz. Als Ordnungsrahmen schafft er die Grundlage dafür, digitale Lösungen nicht mehr einzeln, sondern im Zusammenspiel zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Wiederverwendung bestehender Komponenten statt der parallelen Entwicklung ähnlicher Anwendungen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Technologie, Organisation und Governance. Nur wenn alle drei Aspekte ineinandergreifen, kann eine leistungsfähige und nachhaltige digitale Verwaltung entstehen

Häufige Fragen zum Deutschland-Stack

Der Deutschland-Stack ist ein Baukasten aus aufeinander abgestimmten Software-Komponenten und Anwendungen, die in Schichten angeordnet sind. Zu den drei Kernbausteinen zählen die unteren Schichten Infrastruktur, Betriebsplattformen und Basisdienste. Sie bauen aufeinander auf und bilden das Fundament für die Entwicklung der genannten Softwarelösungen. Der Deutschland-Stack bietet somit den technischen Rahmen, um Verwaltungsleistungen in Deutschland sicher, modular und einheitlich zu digitalisieren.

Das Ziel ist es, die Verwaltungsdigitalisierung grundlegend zu beschleunigen und weniger komplex zu machen. Dafür verspricht die Idee des Deutschland-Stacks weniger isolierte Einzellösungen und die Entwicklung einer gemeinsamen, souveränen und skalierbaren digitalen Infrastruktur.

Bürger und Bürgerinnen profitieren langfristig von einer Ende-zu-Ende-digitalisierten Verwaltung. Konkret bedeutet das: Sie können Behördengänge online abwickeln – einheitlich, schnell und unabhängig vom Wohnort. Die Systeme im Hintergrund sprechen die gleiche „Sprache“, daher müssen Daten seltener mehrfach eingegeben werden (Once-Only-Prinzip) und Dienste funktionieren deutschlandweit nach demselben Sicherheitsstandard.

Open Source ist ein Kernelement. Durch einen offenen Quellcode wird Transparenz geschaffen, die Sicherheit durch Community-Prüfungen erhöht und eine entscheidende Voraussetzung für die Nachnutzung von Software massiv vereinfacht.

Der Deutschland-Stack soll die Verwaltungsdigitalisierung harmonisieren und beschleunigen, indem nicht mehr jede Ebene isolierte, sondern nachnutzbare Lösungen entwickelt. Das ergibt eine souveräne, europäisch anschlussfähige und interoperable digitale Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen und ermöglicht ein lebendiges Ökosystem offener Innovation.