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Das KI-Framework für die Verwaltung: Welche Technologie für welche Aufgabe?

In Kürze erklärt 

  • Zielgerichteter KI-Einsatz: Nicht jede Technologie passt zu jeder Verwaltungsaufgabe – entscheidend ist das richtige „Matching“ zwischen Aufgabe, Daten und Technologie.
  • Modulare Verwaltungsprozesse: Durch die Zerlegung von Verfahren in wiederkehrende Komponenten können KI-Lösungen skalierbar und effizient eingesetzt werden.
  • Praxis statt Theorie: Ob Antragsassistenz, Vorprüfung oder Prognosemodellierung, konkrete KI-Anwendungen zeigen, wie Verwaltung heute schon entlastet werden kann.

Warum ist ein KI-Framework wichtig für die Verwaltung?

Die öffentliche Verwaltung steht vor großen Herausforderungen: Steigende Erwartungen an Effizienz, Transparenz und Servicequalität treffen auf Fachkräftemangel und komplexe Verfahren. Digitalisierung ist daher unverzichtbar. Künstliche Intelligenz (KI) kann dabei helfen, Abläufe zu vereinfachen, Ressourcen zu entlasten und die Servicequalität zu erhöhen. 

Damit das gelingt, muss KI gezielt eingesetzt werden. Entscheidend ist, die passende Technologie für die jeweilige Aufgabe zu wählen und sie sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. Dieser Beitrag zeigt, wie das gelingt und welche KI-Technologien sich besonders für den Verwaltungsalltag eignen.

Was ist ein KI-Framework für die öffentliche Verwaltung? 

Ein KI-Framework ist ein methodischer Ordnungsrahmen, der hilft, verschiedene KI-Technologien systematisch den passenden Verwaltungsaufgaben zuzuordnen, etwa bei Antragstellung, Vorprüfung oder Auswertung.

Vor welchen Herausforderungen steht die öffentliche Verwaltung?

Die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland und weltweit sehen sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber, die den Bedarf an effizienteren und bürgerfreundlicheren Lösungen verstärken.

Fachkräftemangel und steigende Erwartungen

Weniger Personal trifft auf wachsende Aufgaben: Bürger und Bürgerinnen erwarten heute schnelle, transparente und nutzungsfreundliche Verwaltungsleistungen. Ein Anspruch, den klassische Strukturen kaum noch erfüllen können.
 

Komplexe und zeitintensive Verfahren

Viele Prozesse sind noch immer papierbasiert oder von manuellen Zwischenschritten geprägt. Das kostet Zeit, erhöht die Fehlerquote und bindet wertvolle Ressourcen, die anderswo gebraucht werden.


 

Bedarf an Innovation

KI-Technologien können Routinearbeiten automatisieren, Daten besser nutzbar machen und Mitarbeitende gezielt entlasten. Das ist der Schlüssel zu einer modernen, effizienten und bürgernahen Verwaltung.



 

Der Lösungsansatz: KI-Technologien gezielt nutzen

Die Integration von KI in die Verwaltung bietet enorme Potenziale, um Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Die Herausforderung liegt in der gezielten Auswahl und Zuordnung der passenden KI-Technologie zu den jeweiligen Aufgaben und Prozessen.

KI-Technologien in der Verwaltung

Im Wesentlichen lassen sich KI-Technologien dazu nutzen, Prozesse zu automatisieren, die Entscheidungsfindung zu unterstützen und die Kommunikation mit Bürgern und Bürgerinnen zu verbessern. Besonders vielversprechend sind dabei: 

Piktogramm Chatbot

Robotic Process Automation (RPA)

Automatisiert wiederkehrende, regelbasierte Aufgaben und eignet sich ideal für formale Prüfungen oder die automatische Weiterleitung von Anträgen.

Piktogramm Stimmerkennung

Large Language Models (LLMs) 

Verstehen und erzeugen natürliche Sprache – etwa für virtuelle Assistenten, Textanalysen oder die Erstellung von Entscheidungsvorlagen.

Piktogramm Maschine

Maschinelles Lernen (ML) 

Analysiert große Datenmengen, erkennt Muster und erstellt Prognosen – zum Beispiel zur Bearbeitungsdauer oder zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten.


 

Der Erfolg von KI in der Verwaltung hängt entscheidend davon ab, wie gut die Technologie den jeweiligen Anforderungen angepasst wird. Eine grundlegende Frage dabei ist: Welche Aufgabe soll die KI übernehmen und welche Technologie ist dafür am besten geeignet? So lassen sich KI-Anwendungen gezielt auf die Prozesse anwenden, die einen klar definierten Output und eine strukturierte Datenbasis bieten.

Basis für das KI-Framework: modulare Sichtweise

Ein zentraler Erfolgsfaktor für den erfolgreichen Einsatz von KI in der Verwaltung ist die Modularität. Statt isolierte Gesamtlösungen für ganze Verfahren zu entwickeln, sollten Verwaltungsprozesse in wiederkehrende Komponenten zerlegt werden, etwa Antragstellung, Vorprüfung oder fachliche Bewertung. 

Diese Bausteine lassen sich gezielt mit unterschiedlichen KI-Technologien unterstützen: Large Language Models (LLMs) erleichtern die Antragsassistenz und Kommunikation, während Robotic Process Automation (RPA) regelbasierte Prüfschritte automatisiert. So entsteht ein skalierbares und übertragbares System, das Effizienzgewinne über Fachgrenzen hinweg ermöglicht und Verwaltungsverfahren langfristig modernisiert.

Das KI-Framework: Systematisierung der Technologien

In der öffentlichen Verwaltung wird überwiegend mit sogenannter schwacher KI gearbeitet. Das sind Systeme, die auf klar umrissene Aufgaben spezialisiert sind, etwa Texterkennung, Datenanalyse oder Prognosemodellierung. Ihr Ziel ist nicht die Nachbildung menschlicher Intelligenz, sondern die Unterstützung konkreter Arbeitsschritte. 

Zentral ist dabei die systematische Einordnung von KI-Anwendungen nach ihrem funktionalen Zweck. Das KI-Framework unterscheidet vier Aufgabentypen, die sich nach dem Grad menschlicher Beteiligung und dem gewünschten Ergebnis voneinander abgrenzen. 

  • Informieren: KI bereitet Informationen auf, fasst Inhalte zusammen oder stellt relevante Daten kontextbezogen bereit, etwa für Berichte oder Wissensdatenbanken.
  • Interpretieren: KI analysiert Daten, erkennt Muster oder prüft Zusammenhänge, etwa bei der Plausibilitätsprüfung von Anträgen oder der Erkennung von Auffälligkeiten.
  • Beraten: KI unterstützt Entscheidungsprozesse, indem sie Handlungsempfehlungen ableitet, etwa bei der Priorisierung von Fällen oder der Auswahl passender Verfahren.
  • Handeln: KI führt klar definierte, regelbasierte Schritte eigenständig aus, etwa die formale Vorprüfung oder automatisierte Datenübernahme. 

Diese Einteilung ermöglicht eine zielgerichtete Zuordnung von Technologien zu Aufgaben, unabhängig von konkreten Produkten oder Systemen. Sie bildet die Grundlage dafür, Verwaltungsverfahren methodisch zu analysieren und passende KI-Lösungen effizient und rechtssicher zu integrieren.

Das Matching: Welche Technologie für welche Aufgabe?

Damit KI-Anwendungen in der Verwaltung Wirkung entfalten, müssen sie fachlich sinnvoll und technisch umsetzbar sein. Entscheidend ist das richtige Matching zwischen der jeweiligen Verwaltungsaufgabe und der eingesetzten Technologie.

Zwei Kriterien sind dabei zentral:

Piktogramm mit einer Zielscheibe

Ziel der Komponente = Ergebnis der KI-Technologie. 

Die gewählte Technologie muss das gewünschte Arbeitsergebnis tatsächlich unterstützen – etwa eine strukturierte Antragserfassung oder eine zuverlässige Prognose zur Bearbeitungsdauer.

Piktogramm mit Daten in Form eines Balkendiagramms

Verfügbare Daten = benötigte Daten. 

KI kann nur so gut arbeiten, wie die vorhandenen Daten es zulassen. Qualität, Struktur und Zugriffsmöglichkeiten sind daher entscheidend für den Erfolg.

Dieses Prinzip macht deutlich: Nicht jede Technologie passt zu jeder Aufgabe und umgekehrt. KI bringt dort den größten Mehrwert, wo klar definierte Prozesse und ausreichend Daten vorhanden sind. 

Ein Beispiel dafür ist das Elterngeldverfahren: Es vereint typische Verwaltungskomponenten wie Antragstellung, Vorprüfung und Auszahlung – und zeigt exemplarisch, wie unterschiedliche KI-Technologien gemeinsam zu einem durchgängig digitalen Prozess führen können.

Zukunftsbild: KI in der Praxis – das Beispiel Elterngeld

Frau liegt auf dem Sofa und schaut aufs Handy.

Ein besonders anschauliches Beispiel für den künftigen Einsatz von KI in der Verwaltung ist das Elterngeldverfahren. Es vereint nahezu alle typischen Komponenten eines Verwaltungsprozesses, von der Antragstellung über die Vorprüfung bis hin zur Auszahlung. Gerade deshalb eignet es sich hervorragend, um den möglichen Mehrwert verschiedener KI-Technologien im Zusammenspiel zu verdeutlichen.

Heute ist das Verfahren in vielen Bundesländern zwar digital zugänglich, praktisch aber noch von Medienbrüchen, manueller Dateneingabe und langen Bearbeitungszeiten geprägt. KI kann hier helfen, die Abläufe zu vereinfachen, die Datenqualität zu erhöhen und Mitarbeitende spürbar zu entlasten.

Wie ein solches Verfahren künftig aussehen könnte:

1. Antragstellung – unterstützt durch Large Language Models (LLMs) 

Ein KI-gestützter Assistent führt Bürger und Bürgerinnen dialogbasiert durch den Antrag, erklärt Begriffe in Alltagssprache und prüft Eingaben auf Vollständigkeit. Freitexte oder hochgeladene Dokumente werden automatisch ausgewertet und strukturiert. 

Ergebnis: Weniger Rückfragen, weniger Formfehler, bessere Datengrundlage für die weitere Bearbeitung.

2. Formale Vorprüfung – automatisiert durch Robotic Process Automation (RPA) 

Nach Eingang des Antrags übernimmt eine RPA-Lösung die Prüfung auf Vollständigkeit, Zuständigkeit und Fristen. Fehlende Nachweise werden automatisch gemeldet, Daten aus Formularen korrekt zugeordnet. 

Ergebnis: Schnellere Abläufe, standardisierte Qualität, transparente Protokollierung.

3. Fachliche Bewertung und Auszahlung – unterstützt durch Machine Learning (ML) 

ML-Modelle prüfen Daten auf Plausibilität, kategorisieren Fälle und erstellen Vorschläge für Berechnung und Auszahlung. Auffälligkeiten oder Unstimmigkeiten werden markiert, bevor eine menschliche Entscheidung erfolgt. 

Ergebnis: Weniger manuelle Nacharbeit, höhere Genauigkeit, gezielte Priorisierung komplexer Fälle.

In Kombination entsteht so ein End-to-End-digitalisierter Prozess, der Bürger und Bürgerinnen eine deutlich einfachere Antragstellung ermöglicht und die Verwaltung zu einem proaktiven datenbasierten Dienstleister weiterentwickelt.

 

 

Fazit: KI-Frameworks für die Verwaltung

Die Integration von KI in die öffentliche Verwaltung bietet ein enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung der Servicequalität. Durch eine sorgfältige Auswahl der richtigen Technologien und deren präzise Integration in bestehende Prozesse können Verwaltungsbehörden die Anforderungen der Bürger und Bürgerinnen besser erfüllen und ihre eigenen Arbeitsabläufe optimieren. 

Es ist jedoch entscheidend, dass jede Technologie an die spezifischen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Verwaltung angepasst wird. Ein strukturierter, modularer Ansatz sowie eine enge Zusammenarbeit von Fachabteilungen, IT und Leitungsebene sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Häufige Fragen zu KI-Frameworks für die Verwaltung

Weil nicht jede KI-Technologie für jede Aufgabe geeignet ist. Das Framework hilft, Potenziale und Grenzen zu erkennen, und sorgt dafür, dass KI gezielt, effizient und rechtssicher eingesetzt wird.

Wesentliche Technologien sind Robotic Process Automation (RPA), Large Language Models (LLMs) und Machine Learning (ML). Sie automatisieren, strukturieren oder analysieren Verwaltungsprozesse.

Es schafft eine einheitliche Grundlage, um KI-Projekte planbar, skalierbar und vergleichbar umzusetzen, von Pilotprojekten bis zu übergreifenden Anwendungen.

Eine ausreichende Datenbasis, standardisierte Schnittstellen, klare Verantwortlichkeiten und geschulte Mitarbeitende sind die Voraussetzung für den KI-Einsatz. Zudem müssen Datenschutz, IT-Sicherheit und Nachvollziehbarkeit gewährleistet sein.

Die Auswahl erfolgt anhand zweier Kriterien: 

  • Ziel der Komponente = Ergebnis der KI-Technologie
  • Verfügbare Daten = benötigte Daten 

So wird sichergestellt, dass KI-Lösungen fachlich und technisch passen.

In standardisierten, datenbasierten Prozessen wie Antragstellung, formaler Vorprüfung oder Berichtserstellung lässt sich die Effizienz schnell sichtbar erhöhen.

Er erlaubt es, Verfahren in wiederkehrende Bausteine zu zerlegen und gezielt mit passenden Technologien zu ergänzen. Das erhöht Skalierbarkeit und Wiederverwendbarkeit.

 

Es zeigt, wie verschiedene KI-Technologien – LLMs, RPA und ML – über mehrere Prozessschritte hinweg zusammenspielen können, um einen vollständigen digitalen Ablauf zu schaffen.

Durch Transparenz, menschliche Kontrolle („human in the loop“), klare Dokumentation der Entscheidungslogik sowie die Beachtung rechtlicher Vorgaben, etwa des EU AI Act.

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