Einstein Center Digital Future (ECDF) Berlin

Einstein Center Aktuelles

Berlin soll das weltweite Zentrum der Digitalisierung werden – das ist das Ziel des neuen Einstein Center Digital Future (ECDF). Die Bundesdruckerei erweitert mit einer Juniorprofessur ihr Forschungsnetzwerk.*

Einzigartige Größe, Interdisziplinarität und Zusammensetzung

Seit der Eröffnung Anfang April im Robert-Koch-Forum in Berlin-Mitte widmen sich 50 IT-Professorenstellen dem Thema digitale Transformation.

„Mit diesem neuen Zentrum für die digitale Zukunft stellen wir die besondere Leistungskraft und Innovationsfähigkeit unserer Stadt unter Beweis“, freute sich der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, bei der Eröffnung.

„Das ECDF ist in seiner Größe, Interdisziplinarität, Konzeption und Zusammensetzung einzigartig in Deutschland. Berlins herausragende Stellung in Deutschland als digitales Entwicklungslabor und Treibhaus einer digitalisierten Gesellschaft wird mit seiner Gründung ausgebaut.“
Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH.

Für Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin, dokumentiert die Gründung des ECDF eine „überfällige Einsicht in das, was nötig ist: nämlich Investitionen in die Grundlagenforschung zur Digitalisierung. Dass Berlin die Kraft gehabt hat, in dieser kurzen Zeit so etwas auf die Beine zu stellen, macht Mut.“ Stellung in Deutschland als digitales Entwicklungslabor und Treibhaus einer digitalisierten Gesellschaft wird mit seiner Gründung ausgebaut.“

Die besten digitalen Köpfe sind gefragt

Die besten digitalen Köpfe aus aller Welt sollen im ECDF interdisziplinär die Digitalisierung in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln, gestalten und vorantreiben. Die Forschungsvorhaben kommen aus den Bereichen Infrastruktur, Gesundheit, Bildung und Technik. Zudem soll sich das Institut mit wichtigen ethischen und rechtlichen Fragen befassen sowie die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Digitalisierung würdigen. „Es soll Anlaufpunkt sein für Bürger, um die Auswirkungen der digitalen Transformation kennen zu lernen“, erklärte Christian Thomsen, Präsident der Technischen Universität Berlin, in seiner Rede zur Eröffnung.

Bundesdruckerei erweitert mit Förderung Forschungsnetzwerk

Die Bundesdruckerei finanziert eine der Juniorprofessur zum Thema „Sicherheit in verteilten Systemen“ sowie Sachmittel für die IT-Infrastruktur. Zudem stellt die Bundesdruckerei dem Einstein Center zwei neue Lösungen für die sichere Digitalisierung „Made in Germany“ zur Verfügung: GoID – die All-in-one-Lösung für ein sicheres Identitätsmanagement – und die sichere Cloud-Speicherlösung Bdrive.

Mit der Unterstützung des ECDF erweitert das Unternehmen sein umfassendes Kooperationsnetzwerk. Bereits seit Jahrzehnten setzt die Bundesdruckerei auf Forschung und Entwicklung. In der Bundesdruckerei-Gruppe sind knapp 300 Erfinder aktiv, etwa 100 Erfindungen pro Jahr werden zum Patent angemeldet. Derzeit verfügt das Unternehmen über rund 3.200 nationale und internationale Patente und Patentanmeldungen.
Mit der Förderung des ECDF verbindet das Unternehmen große Erwartungen.

 

„Die Identität eines Menschen verlagert sich immer mehr in die digitale Welt. Das bedeutet große Herausforderungen für die IT-Sicherheit und den Schutz digitaler Identitäten. Hierzu erhoffen wir uns durch das ECDF neue Erkenntnisse.“
Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH, zum Start des Instituts.

Einige Forschungsprojekte sind bereits vor der offiziellen Eröffnung am Start. So arbeitet etwa eine Forschergruppe der Charité im Rahmen des Projekts „Mixed Reality“ daran, dass Ärzte künftig mit virtueller Hilfe operieren können. Sie setzen dann eine Virtual-Reality-Brille auf, die etwa das Gefäßsystem einer Leber dreidimensional projiziert. Dadurch können auch kleine Krebstumoren operiert werden, die „jenseits dessen sind, was ein Chirurg noch sehen und behandeln kann“, so Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité.

Kooperation auf Open-Source-Basis

Die Grundlage der Arbeit im ECDF ist der Open-Source-Gedanke. Neben Diskussionen von Experten und Forschungsprofis soll es auch Open Labs, Civic Labs und Hackathons geben, in die auch nicht-universitäre Organisationen eingebunden und so an der Entwicklung beteiligt werden.

Das Fab Lab Berlin – eine offene Entwicklungswerkstatt für Technologiebegeisterte in Berlin-Prenzlauer Berg – stellte anlässlich der Eröffnung des neuen Zentrums beispielsweise eine Handprothese vor. Ziel sei es, „den Bau einer solchen Prothese so weit zu vereinfachen, dass auch amputierte Patienten mit geringen finanziellen Mitteln sich so etwas selbst bauen können“, betonte der Managing Director des Fab Lab, Daniel Heltzel.

Mit dem Zentrum soll Berlin zu einem Motor der Digitalisierung werden. Am ECDF beteiligen sich das Land Berlin, Universitäten, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, zwei Bundesministerien sowie 20 Unternehmen. Insgesamt ist das Labor der digitalen Zukunft mit 38 Millionen Euro für die nächsten sieben Jahre, bis 2023, ausgestattet. „Die Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik und Privatwirtschaft ist einzigartig“, hob Michael Müller hervor.

 

* © Fotos: Kay Herschelmann