Industrie 4.0: Globale Perspektiven und Sicherheitsfragen

Bundesdruckerei-CeBIT-Talk

Im Rahmen der CeBIT 2017 lud die Bundesdruckerei zu einer Podiumsdiskussion, um mit Gästen aus Wirtschaft und Politik über „Industrie 4.0: Globale Perspektiven und Sicherheitsfragen“ zu diskutieren.

Bundesdruckerei-CeBIT-Talk: Industrie 4.0 trifft auf Recht 3.0

Welches sind die wichtigsten wirtschaftspolitischen Herausforderungen der digitalen Transformation im internationalen Vergleich?

Dieser Frage widmete sich die Bundesdruckerei im Rahmen einer Abendveranstaltung auf der CeBIT mit rund 50 Gästen. Der Moderator Dr. Kim Nguyen, Fellow der Bundesdruckerei und Geschäftsführer von D-TRUST, begrüßte auf dem Podium Dr. Wolfgang Scheremet (Leiter der Abteilung „Industriepolitik“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), Dr. Michael Schmitt (SAP-Entwicklungsleiter „Security Produkte und Security Plattform Features“) Dr. Wolfgang Dierker (Director Policy GE Digital Europe) sowie Dr. Manfred Paeschke (Chief Visionary Officer der Bundesdruckerei).

Nationale Lösungen können die Antwort nicht sein

Aus Sicht von Wolfgang Scheremet werden durch die Digitalisierung Wertschöpfungsketten internationaler. Dabei müssten aber Unterschiede, zum Beispiel im Wettbewerbsrecht oder in der industriellen Kultur, miteinander funktionieren.

 

„Die Frage der international vernetzten, interoperablen, intelligenten Kommunikation wird immer wichtiger.“
Dr. Wolfgang Scheremet
Leiter der Abteilung „Industriepolitik“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Eine nationale Lösung könne deshalb hier nicht die Antwort sein. Internationale Kooperationen, wie die kürzlich verabschiedete deutsch-japanische „Hannover-Deklaration“, seien notwendig.

Ohne Sicherheit kein Vertrauen

Laut Scheremet fehle ohne Sicherheit Vertrauen und gerade deshalb sei auch der deutsche Mittelstand oftmals noch zögerlich bei der Digitalisierung. Daher hätten sichere digitale Identitäten eine besondere Bedeutung. Insgesamt sei es Aufgabe der IT-Sicherheitswirtschaft, sichere digitale Lösungen anzubieten, denen die Unternehmen vertrauen. Hierbei sehe er eher den Markt gefordert als die Politik. Ähnlich äußerte sich Michael Schmitt von SAP: „Der Wettbewerb wird’s richten. Man muss nur aufpassen, im Wettbewerb dann auch mit dabei zu sein.“ Eine große Herausforderung sieht Wolfgang Dierker darin, den Mittelstand mitzunehmen und ihn mit seiner globalen Identität zu verbinden.

Internationalisierung und Flexibilität sind Maßgabe für erfolgreiche Regulierung

In Bezug auf regulatorische Maßnahmen identifizierte Scheremet teilweise strukturelle Nachteile: „Hier trifft mitunter Industrie 4.0 auf Recht 3.0.“ Dennoch, so Dierker, bräuchten sich Deutschland und die EU im internationalen Vergleich nicht zu verstecken. Die USA fördere den internen Wettbewerb zwischen Bundesstaaten und zwischen Unternehmen, indem sie eben kein IT-Sicherheitsgesetz, keine nationale Cyber-Sicherheitsstrategie und keine NIS-Richtlinie erließen. SAP-Vertreter Schmitt unterstrich dies: Hinsichtlich digitaler Regulierung sei man hierzulande bereits in einem Internationalisierungsprozess.
Manfred Paeschke von der Bundesdruckerei wies darauf hin, dass aufgrund der sich ständig weiterentwickelnden Digitalisierung Flexibilität das höchste Gut sei und schloss adaptive Gesetze als möglichen Weg nicht aus.

Potenziale nutzen

Die Teilnehmer des Bundesdruckerei-CeBIT-Talks waren sich weitgehend einig, dass nationale regulatorische Alleingänge keinen Erfolg versprächen. Vielmehr müsse man gemeinsam flexible Antworten auf die ständig neuen Herausforderungen finden, um die Potenziale der vernetzten Kommunikation von Mensch und Maschine zu nutzen.
 

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