Die hohe Kunst der Einfachheit

Simplicity

Dinge kompliziert zu machen, ist sehr einfach – Dinge einfach zu machen, hingegen kompliziert.

Was ist eigentlich einfach?

„Genial einfach, einfach genial“ lautete schon Ende des letzten Jahrtausends der Werbeslogan der Firma Bosch. Doch wann ist etwas eigentlich einfach? Der Duden beschreibt die Einfachheit als „einfache Gestaltung, Durchführung, Handhabung, Unkompliziertheit, Schlichtheit, Bescheidenheit“.

Intuitive Bedienung scheint ein Schlüsselbegriff für Einfachheit zu sein. Derzeit sind vor allem Unternehmen erfolgreich, die Komplexes transparent und leicht bedienbar machen. So der Nachrichtendienst Twitter, der einfache und schnelle Kommunikation in Miniblogs mit 140 Zeichen ermöglicht. Oder die Suchmaschine Google mit einer minimalistischen und verständlichen Startseite.

Privacy by design

Vor allem Sicherheitsprodukte stehen dabei vor einer besonderen Herausforderung: Wie schafft man es, hohen Schutz und Bedienungskomfort zu vereinen? Einen Ansatz dafür bietet „Privacy by design“. Dabei werden Sicherheit und Datenschutz von Anfang an standardisiert in den Entwicklungsprozess eines Produkts eingeplant.

Prof. Marian Margraf von der Freien Universität Berlin erforscht – unter anderem in Kooperation mit dem Design Research Lab an der Berliner Universität der Künste –, wie Produkte und Anwendungen sicher gestaltet und trotzdem einfach bedienbar sein können. Dabei bringt er die Aspekte benutzbare Sicherheit und Privacy by design mit ein. Letzteres fußt auf der Idee, dass Sicherheit und Datenschutz von Anfang an standardisiert in ein Produkt eingebaut werden. Beides wäre damit für alle Anwender unabhängig von ihren individuellen IT-Kenntnissen gewährleistet – eben ganz einfach vorhanden.

GoID ist sicher und komfortabel

Auch die Bundesdruckerei folgt diesem Ansatz in ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Beispiel dafür ist der Mitarbeiterausweis „GoID", der mit Fingerabdrucksensor und Display ausgestattet ist. Der Inhaber des Ausweises legt zu seiner eindeutigen Verifizierung nur seinen Finger auf den integrierten Sensor der Karte. Die Prüfung des Fingerabdrucks erfolgt im Dokument selbst – die sensiblen biometrischen Daten verlassen das Dokument nicht.

Diese „Verification on Document" bietet einen hohen Datenschutz und stellt die informationelle Selbstbestimmung des Nutzers jederzeit sicher. Die Technologie bietet durch die Kombination aus Besitz des Ausweises und der zusätzlichen biometrischen Erkennung des Fingerabdrucks ein hohes Sicherheitsniveau und erhöhten Benutzerkomfort.

Neues Verständnis von Produktdesign

Nutzerzentrierte Produktentwicklung nennt sich das Thema, an dem Prof. Dr. Gesche Joost forscht. An der Berliner Universität der Künste (UdK) hat die Interaktionsdesign-Expertin einen Lehrauftrag. Ihr Design Research Lab und die Bundesdruckerei kooperieren , seit 2014 auf der Suche nach benutzerfreundlichen Sicherheitstechnologien in der Online-Welt.

Dabei geht es nicht nur um eine optimierte Gestaltung und Nutzerführung. Es geht auch um ein neues Verständnis von Produktdesign bei den innovativen Technologien der Bundesdruckerei. Denn bislang vertrugen sich Sicherheit und Benutzerkomfort nicht besonders. Das soll sich mit der Zusammenarbeit ändern. Eine stärkere Fokussierung auf die Nutzerbedürfnisse soll die Innovations- und Entwicklungsprozesse des Unternehmens optimieren. Ziel ist es, innovative Lösungen für Identitätsbestätigungen zu entwickeln, die in der täglichen Anwendung so einfach wie möglich sind. Durch die modernen Sicherheitstechnologien im Hintergrund, um die sich der Nutzer gar nicht kümmern muss, sind sie sehr gut geschützt.

Einfach selbst kontrollieren: eGates

Das Reisen könnte so einfach sein. Wenn da nicht die Grenzkontrollen wären. Denn was aus Sicherheitsgründen leider notwendig ist, kann sich in die Länge ziehen. Mit umfassenden Grenzkontrollen will man dem seit den Terroranschlägen von 2001 gestiegenen Sicherheitsbedürfnis begegnen. Das Fatale: Auch die Zahl der Flugverbindungen, der Passagiere und der modernen Großraumflugzeuge nimmt kontinuierlich zu. So führen mehr Flugreisende an der Grenzkontrolle sowie gründlichere Passkontrollen zwangsläufig zu längeren Warteschlangen, genervten Reisenden und gestressten Beamten an den Grenzschaltern.

Schneller voran geht es mit eGates, die in Deutschland an den Flughäfen in Frankfurt am Main, München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin-Tegel und Köln/Bonn seit 2014 in Betrieb sind. Die Reisenden erledigen die Kontrolle ihrer Papiere damit bequem selbst. Der elektronische Reisepass wird auf das im eGate integrierte Lesegerät aufgelegt, wo ein Hintergrundsystem das Dokument auf Echtheit und Gültigkeit prüft. Dann öffnet sich das Glastor zur Schleuse, der Passagier tritt vor eine Kamera und wird fotografiert. Das Live-Bild wird mit dem auf dem Chip im Pass gespeicherten Foto verglichen. Stimmen beide Bilder überein, öffnet sich das zweite Tor und der Reisende kann passieren. Dieser Vorgang dauert weniger als 20 Sekunden. Ist das Prüfergebnis negativ, wird der Reisende von einem Grenzbeamten zur weiteren Klärung in Empfang genommen.

Polizeihauptkommissar Maik Rudolf von der Projektgruppe EasyPASS bei der Bundespolizei freut sich über das System: „Es ist sehr sicher und einfach zu handhaben.“ Zudem werde mit dem System nicht nur Zeit gespart, sondern auch eine Entlastung der Grenzbeamten gewährleistet.

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