GoID System

Der Anspruch an dieses Projekt: nicht weniger als den Mitarbeiterausweis der Zukunft mit Fingerabdruck und Display zu entwickeln. Herausgekommen ist das GoID System.

GoID

Ziel dieses Innovationsprojekts war es, ein ID-Dokument mit integrierter Fingerabdrucksensorik für eine nutzerfreundliche biometrische Authentisierung zu entwickeln. GoID ermöglicht als multifunktionaler Firmenausweis sowohl den physischen Zutritt als auch den virtuellen IT-Zugang zu einem Unternehmen. Zudem können weitere Funktionen integriert werden, etwa das benutzerfreundliche Verschlüsseln, Bezahlen, digitale Unterschreiben oder die Maschinenfreigabe.

Entwickelt haben wir ein „System on Document“ nach ISO 17839 und ISO 18328-2 mit höchstem Datenschutz. Die sensiblen biometrischen Daten verlassen das Dokument nicht. Die Fingerabdruckdaten werden im Dokument selbst geprüft – diese so genannte Verification on Card stellt die informationelle Selbstbestimmung des Nutzers jederzeit sicher. Es werden keine personenbezogenen biometrischen Daten an ein Hintergrundsystem übermittelt. GoID funktioniert zudem batterielos: Die zum Betrieb erforderliche Energie wird aus dem elektromagnetischen Feld bezogen, das von der Antenne des RFID-Lesegeräts abstrahlt. Außerdem ist GoID durch ein LED-Display und PIN-Pad sehr benutzerfreundlich.
Die Universität der Künste (UdK) Berlin begleitete die gesamte Entwicklung und führte User Experience-Workshops durch. Die Ergebnisse flossen direkt in die laufende Entwicklung ein.

Komplexe Herausforderungen gemeistert

Die größte Herausforderung bei dem Projekt bestand darin, die komplexe Technologie der Sensorik und Bildverarbeitung sowie die Merkmalsextraktion und den Merkmalsvergleich in ein ID-Dokument mit beschränkten Ressourcen – und ohne Batterie – zu integrieren. Dafür wurden stromsparende Elektronikschaltungen und effiziente Softwarealgorithmen implementiert. Mathematische Simulationen des Powermanagements inklusive der Antennenstrukturen führten zu einer enormen Verbesserung der kontaktlosen Energiegewinnung und ermöglichten den Verzicht auf eine lebensdauerbegrenzende Batterie.


 GoID weist noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal auf: Anders als bei allen bislang bekannten Smartcard-Produkten werden hier hochbeständige Faserverbundwerkstoffe als Kartenmaterial genutzt, die sonst im Flugzeugbau oder in der Formel 1 verwendet werden. Sie sind hitzebeständig bis zu 270° Grad Celsius und weisen eine hohe mechanische Beständigkeit auf.

GoID ist inzwischen Bestandteil des neuen Betriebsausweises der Bundesdruckerei, der zurzeit im Pilotbetrieb getestet wird.