Praxisausweis: In fünf Schritten ins Gesundheitsnetz

Praxisausweis: In fünf Schritten ins Gesundheitsnetz

Der neue elektronische Praxisausweis ist Teil der Telematikinfrastruktur (TI) – und bringt viele Erleichterungen für den Mediziner-Alltag. Wir zeigen, wie Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten ihre Praxen fit für die neue Datenautobahn machen.

Stichtag für Praxen im Sommer 2019

Die TI ist eine Art Datenautobahn für Informationen im Gesundheitswesen – schnell und sicher. Mit ihr startet ein neues Kapitel in der Gesundheitskommunikation. Die TI vernetzt Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken und Krankenkassen. Dafür hat der Gesetzgeber einen klaren Fahrplan erstellt: Bis zum 30. Juni 2019 müssen alle Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten an die TI angeschlossen sein – dafür brauchen sie einen elektronischen Praxisausweis. Dieser ist die Voraussetzung, um jede Praxis sicher ins Netz zu bringen. Noch ein Datum sollte man sich merken: Alle Komponenten für den Anschluss an die TI, also Praxisausweis und Konnektor, müssen bis spätestens 31. März bestellt werden - das fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Und so klappt der sichere Anschluss ans Gesundheitsnetz:

Schritt 1:

Praxisbetreiber bestellen einen elektronischen Praxisausweis – auch SMC-B genannt – bei einem der sogenannten Vertrauensdiensteanbieter. Einer der ersten Anbieter ist die Bundesdruckerei, die als Experte für Hochsicherheitstechnologien bereits Erfahrung mit der Herstellung und Ausgabe des Praxisausweises gesammelt hat. Dazu werden ein Konnektor und ein Kartenterminal benötigt.

Schritt 2:

Praxisbetreiber sollten einen Termin mit ihrem technischen Dienstleister vereinbaren. Er kann individuelle Fragen beantworten, die jetzt wichtig sind:

  • Hat meine Internetleitung genügend Bandbreite für die Vernetzung mit der TI?
  • Ist meine Praxisinfrastruktur für die Anforderungen einer digitalen Anbindung gerüstet?
  • Ist meine Software fit, um die Praxis an die TI anzudocken?

Schritt 3:

Der beauftragte Vertrauensdiensteanbieter stellt über einen gesicherten Kanal die Antragsdaten der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung bereit. Diese prüft die Daten, bestätigt, wenn alles korrekt ist, den Antrag und gibt den Produktionsauftrag an den Vertrauensdiensteanbieter.

Erfolgt die Anbindung an die TI nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen, sieht das E-Health-Gesetz finanzielle Sanktionen für die Praxen in Form von Honorarabschlägen vor.
Aerzteblatt.de, April 2018

Schritt 4:

Der Vertrauensdiensteanbieter produziert den Praxisausweis und verschickt ihn per Einschreiben an die Praxis. Drei Werktage später erhalten die Praxen Post mit dem PIN zur Aktivierung der Karte.

Schritt 5:

Jetzt sind die Praxisbetreiber wieder an der Reihe: Sie müssen bestätigen, dass die Karte und der dazugehörige PIN-Brief wohlbehalten angekommen sind. Mit diesem Schritt wird die Karte freigeschaltet. Der technische Dienstleister muss nun nur noch das Kartenterminal und den Konnektor installieren. Fertig!

Fazit

Der Weg ins Gesundheitsnetz ist leichter als gedacht. Bestellen Sie hier Ihren Praxisausweis.

Weitere Antworten auf oft gestellte Fragen zu dem Thema gibt es in unseren FAQ.

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