KI „Made in Germany“ soll weltweit anerkanntes Gütesiegel werden

KI Digitalisierung

Sie soll den Rahmen setzen für eine ganzheitliche politische Gestaltung von künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland: die KI-Strategie der Bundesregierung. Sie wurde Mitte November beschlossen.

Vorstellung beim Digital-Gipfel

Die KI-Strategie wurde auf dem Digital-Gipfel am 4. Dezember 2018 in Nürnberg von den Bundesministern Anja Karliczek (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Peter Altmaier (Bundesminister für Wirtschaft und Energie) und Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales) vorgestellt. KI bildete den thematischen Schwerpunkt des Gipfels.

Die Ziele der KI-Strategie

Die KI-Strategie verfolgt 14 Ziele, beispielsweise:

  • KI „Made in Germany“ soll zum weltweit anerkannten Gütesiegel werden
  • KI in Deutschland soll von einem hohen Niveau an IT-Sicherheit flankiert werden
  • Deutschland soll seine starke Position in der Industrie 4.0 ausbauen und führend bei KI-Anwendungen in diesem Bereich werden
  • Im Fokus soll immer der Nutzen von KI für die Bürger stehen
  • Es soll eine europäische Antwort auf datenbasierte Geschäftsmodelle und neue Wege der datenbasierten Wertschöpfung gefunden werden, die der Wirtschafts-, Werte- und Sozialstruktur Deutschlands entspricht
  • Daten sollen ausschließlich zum Wohle von Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft und Staat genutzt werden
  • KI-Forschung und -Nutzung soll ethisch und rechtlich eingebettet werden

Die wichtigsten Maßnahmen

23 Maßnahmen listet die Bundesregierung auf, um die Ziele zu erreichen. So will der Bund bis zum Jahr 2025 drei Milliarden Euro für die Umsetzung der Strategie einsetzen. Eine Verdoppelung der Mittel wird durch Hebelwirkungen auf Wirtschaft, Wissenschaft und Länder erwartet.

  • Mindestens 100 neue Professuren sollen geschaffen werden, um den deutschen KI-Nachwuchs auf höchstem Niveau ausbilden zu können. Die Fachkräftestrategie soll im Hinblick auf den digitalen Wandel weiterentwickelt werden.
  • Es soll ein nationales Netzwerk von mindestens zwölf KI-Zentren und Anwendungs-Hubs aufgebaut, ein europäisches Innovationscluster zu KI gebildet und ein deutsches Observatorium für KI eingerichtet werden.
  • Unternehmen sollen durch KI-Trainer geschult und Arbeitnehmer durch eine nationale Weiterbildungs-Strategie abgeholt werden. Zudem will die Bundesregierung betriebliche Mitbestimmungsmöglichkeiten bei der Einführung und Anwendung von KI sicherstellen.

Letztlich sollen innovative Anwendungen, die die Selbstbestimmung, die soziale und kulturelle Teilhabe sowie den Schutz der Privatsphäre der Bürger unterstützen, gefördert werden. Zudem soll ein Runder Tisch mit Datenschutzaufsichtsbehörden und Wirtschaftsverbänden eingerichtet werden.

Keine Angst vor KI „Made in Germany“ nötig

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Steier, Mitglied der Enquete-Kommission für Künstliche Intelligenz, fasst das so zusammen: „Vor KI ‚Made in Germany‘ braucht niemand Angst zu haben, denn wir […] verstehen unser Vorgehen auch als Antwort auf einen Wettbewerb der Wertesysteme.1" KI könne nur dann „maximalen gesellschaftlichen Nutzen entfalten, wenn mit Daten angemessen umgegangen wird und wir lernen, sie als Rohstoff des 21. Jahrhunderts richtig einzusetzen“, so Steier.

Vor KI ‚Made in Germany‘ braucht niemand Angst zu haben
Andreas Steier, CDU-MdB

So beurteilen Experten die KI-Strategie

Experten bewerten die KI-Strategie unterschiedlich. Wolfgang Wahlster etwa, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), sagt: „Ich bin von der neuen KI-Strategie begeistert, da nun in Europa das größte nationale Förderprogramm den Durchbruch von KI-Lösungen auf breiter Front ermöglicht.2" Skeptischer äußert sich der Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), Stephan Noller: Inwiefern drei Milliarden Euro ausreichend seien, um die richtigen Weichen zu stellen, sei derzeit kaum absehbar, zumindest aber unterstreiche die Summe den politischen Willen, die Bedingungen für KI als Basisinnovation zu schaffen.3"

Deutschland als Vertrauensexporteur

Aus Sicht der Bundesdruckerei ist vor allem begrüßenswert, dass stets der Nutzen für Bürger im Fokus der KI-Maßnahmen stehen soll und dass die Bundesregierung ein hohes Niveau an IT-Sicherheit vorgibt. „Ein besonders hohes Datensicherheitsniveau, das mit der Innovationskraft von Marktakteuren vereinbar ist, ist ein globaler Standortvorteil und kann mit nachprüfbaren Standards zur Profilierung von ‚Deutschland als Vertrauensexporteur‘ beitragen“, so Patrick von Braunmühl, Leiter Public Affairs der Bundesdruckerei.

 

[1] FAZ.NET, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/die-schwaechen-der-deutschen-ki-strategie-15892789.html

[2] FAZ.NET, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/die-schwaechen-der-deutschen-ki-strategie-15892789.html

[3] wallstreet:online, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11013820-bundesregierung-wirtschaft-begruesst-ki-strategie-bundesregierung

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