Brave New Work

Brave New Work

New Work bedeutet nicht weniger als eine Revolution der Arbeit: Die Digitalisierung lässt neue Berufsfelder entstehen, flexible Arbeitszeitmodelle gewinnen immer mehr an Bedeutung, Hierarchien weichen Freiräumen für Mitarbeiter. Ralf T. Kreutzer, Professor für Marketing an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, erklärt, wie die digitale Transformation die Arbeitswelt verändert.

Agilität sticht Hierarchie

Studien prognostizieren, dass bis zu 70 Prozent der heutigen Schüler in Berufen arbeiten werden, die es jetzt noch gar nicht gibt. Wer hätte im Jahr 2000 vorhergesagt, dass es 18 Jahre später einen großen Bedarf an App-Entwicklern, Big-Data-Analysten, UX-Designern und Experten für Predictive Maintenance, Gamification, Cloud-Computing, künstliche Intelligenz und Virtual Reality geben würde? Oder an Anwälten, die sich über die rechtlichen Herausforderungen des autonomen Fahrens Gedanken machen müssen?

Ralf T. Kreutzer

Ralf T. Kreutzer, Professor für Marketing an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Etablierte Manager müssen bereit sein, in vielen Bereichen loszulassen und neben Aufgaben auch Kompetenzen und Verantwortung zu delegieren.
Professor Ralf T. Kreutzer

Disziplinübergreifende Ansätze gewinnen an Bedeutung

Aber nicht nur die Inhalte der Arbeit ändern sich, sondern auch die Art, wie heute zusammengearbeitet wird – oft 24/7 über Länder-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Open-Space-Bürokonzepte fördern Kommunikation, Vernetzung und Kreativität. Mit Scrum, ursprünglich eine Methode zur Softwareentwicklung, oder Design-Thinking, einem nutzerzentrierten Lösungsansatz, lässt sich die geforderte Agilität auch im Projekt- und Produktionsmanagement erreichen. Hinzu kommt, dass Netzwerkorganisationen an Bedeutung gewinnen, während stark hierarchisch gegliederte Organisationen an Relevanz verlieren. Um dem hohen Zeitdruck gerecht zu werden, benötigen wir mehr „Empowered People“, die schnell und eigenständig entscheiden können. Dazu müssen die etablierten Manager bereit sein, in vielen Bereichen loszulassen und neben Aufgaben auch Kompetenzen und Verantwortung zu delegieren.

34 Prozent der Berufseinsteiger sehen Freiräume für Mitarbeiter als entscheidendes Erfolgskriterium für die Innovationskraft ihres Unternehmens. 5 Prozent der Führungskräfte teilen diese Meinung.

Der Nutzen für den Kunden steht im Vordergrund

In der Produktentwicklung sollten wir statt in „Time-to-Market“ eher in „Time-to-Value“ denken und handeln – also die Marktreife eines Produkts oder Service weniger von der Perfektion als vom ersten Wert für den Kunden abhängig machen. Mit diesem Fokus führte Amazon 2016 seinen digitalen Sprachassistenten Alexa/Amazon Echo in Deutschland ein. Zunächst konnten nur ausgewählte Kunden das System erwerben, das zwar noch nicht ausgereift war, aber schon ersten Nutzen brachte. So konnte Amazon nicht nur früh und umfassend lernen, wie Menschen in Deutschland mit einem digitalen Sprachassistenten interagieren. Das Unternehmen war damit auch der erste Anbieter auf dem deutschen Markt, was ihm die heutige Marktdominanz bescherte. Dieses Umdenken ist Teil von New Work, der Revolution der Arbeit, die jetzt beginnt.

Ralf T. Kreutzer, Professor für Marketing an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, über „Brave New Work“.

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