E-Health: Bundesdruckerei von der Gematik als erster Anbieter von Praxisausweisen zugelassen

SMC-B-Karten ermöglichen sicheren elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen.

  • Weitere Anwendungen: Verschlüsselung von E-Mails, Abgleich von Versichertenstammdaten

Berlin, 14. November 2017 – Der nächste Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland ist gemacht: Die Gematik Gesellschaft für Telematik-Anwendungen der Gesundheitskarte hat den elektronischen Praxisausweis (SMC-B) der Bundesdruckerei zugelassen.

Damit ist die Bundesdruckerei der erste von der Gematik zertifizierte Anbieter solcher Ausweise in Deutschland. Praxen benötigen diese zur Authentisierung, um eine gesicherte Verbindung zur Telematik-Infrastruktur aufzubauen. „Wir freuen uns, als erster Anbieter von Praxisausweisen den anspruchsvollen Zertifizierungsprozess abgeschlossen zu haben“, sagte Jochen Felsner, Marketingleiter der Bundesdruckerei. „Der elektronische Praxisausweis stellt den Schutz und die Sicherheit von Patientendaten sicher. Leistungserbringer im Gesundheitswesen können schnell, gesetzeskonform und komfortabel auf aktuelle Versichertendaten zugreifen und deren Verarbeitung effizient einbinden.“

Mit dem „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (E-Health-Gesetz) hat der Gesetzgeber die Einführung einer sicheren digitalen Infrastruktur für das Gesundheitswesen geplant. Die Teilnahme an der Telematik-Infrastruktur wird für alle sogenannten Leistungserbringer – Zahnärzte, Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken – rechtlich verpflichtend. So wird ein sicherer elektronischer Datenaustausch im gesamten Gesundheitswesen möglich. Die Leistungserbringer müssen sich gegenüber dem digitalen Gesundheitsnetzwerk sicher authentisieren. Dafür brauchen sie einen Ausweis, die Security Module Card Typ B (SMC-B). Die Karte im ID0-Kartenformat (Mini SIM) wird auch als Praxis- oder Institutionsausweis bezeichnet. Die Leistungserbringer stecken die Karte in ein Terminal und geben eine geheime PIN ein. Damit weist der Ausweis die Identität der jeweiligen Institution nach und sichert die Verbindung zur Telematik-Infrastruktur ab.

Die Leistungserbringer benötigen jeweils drei durch die Gematik zugelassene Komponenten, um auf die Telematik-Infrastruktur zugreifen zu können: zusätzlich zum Ausweis auch ein Lesegerät sowie einen Konnektor für die eigentliche Anbindung an das Gesundheitsnetz. Der Ausweis benötigt zusätzlich die Zulassung der jeweiligen Selbstverwaltungen der fünf Sektoren. Die Kosten für die Anbindung an das Gesundheitsnetz werden den Praxen erstattet. Das gilt für die Karte und für weitere Komponenten, etwa den Konnektor. Die Karte ist fünf Jahre gültig.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hatte die Bundesdruckerei als Anbieter der SMC-B bereits Ende September 2017 zugelassen. Der Zulassungsprozess bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) läuft derzeit. Aktuell können also nur Zahnärzte die Karte offiziell beantragen. Dafür müssen sie sich im Portal ihrer zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung einloggen. Dort finden sie den Link zum Antragsportal der Bundesdruckerei. Details zum Antragsprozess für Zahnärzte und für Ärzte gibt es auf der Website der Bundesdruckerei.
Die SMC-B-Karten werden von der Bundesdruckerei-Tochter D-TRUST hergestellt. Felsner: „Der Praxisausweis der Bundesdruckerei kann zudem für weitere Anwendungen genutzt werden: etwa um die Herkunft digitaler Dokumente nachzuweisen, E-Mails zwischen Institutionen zu verschlüsseln oder die Stammdaten von Versicherten abzugleichen.“

 

E-Health: Bundesdruckerei von der Gematik als erster Anbieter von Praxisausweisen zugelassen

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