cybersec.lunch #4 von Tagesspiegel und Bundesdruckerei

Headergrafik Cybersec.lunch

Am 28. Juni lud die Bundesdruckerei gemeinsam mit dem Tagesspiegel zum vierten cybersec.lunch ein.

Der Mittelstand – wie kann man seine Stärken sicher digitalisieren?

Am 28.06.2017 diskutierten bereits zum vierten Mal die Teilnehmer mit Dieter Janecek, MdB, Wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Felix Esser, Stellv. Leiter der Abteilung Digitalisierung im Bundesverband der Deutschen Industrie zum Thema Digitalisierung und IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen.

Cyberangriffe sind allgegenwertig

„Unser cybersec.lunch macht mir ein wenig Angst“, sagte Moderator Sascha Klettke halb besorgt und halb belustigt, als er die vierte Auflage der Veranstaltungsreihe beim Berliner Tagesspiegel eröffnete. „Direkt vor unserem jüngsten Treffen im Mai gab es einen weltweiten Cyberangriff durch den Erpressungstrojaner "WannaCry". Gestern wurden weltweit Firmen und Behörden Opfer einer ähnlichen Cyberattacke, und zwar einer erpresserischen Software namens „Petya". Klettke hoffte, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen den Veranstaltungen und den Angriffen. Einer der rund 80 Gäste konnte ihn beruhigen: „Egal, wann die kommenden cybersec.lunches stattfinden werden, es wird wahrscheinlich immer einen aktuellen Cyberangriff geben.“

Durch „Petya“ erhielt das Thema „Mittelstand – wie kann man seine Stärken sicher digitalisieren?“ eine besondere Aktualität. Felix Esser betonte, dass den meisten Mittelständlern bewusst sei, dass Handlungsbedarf bestehe, aber nicht wüssten was genau zu tun ist. Er warnte vor einer überbordenden IT-Regulierung durch den Gesetzgeber. Das IT-Sicherheitsgesetz sei ausreichend, um kritische Infrastrukturen zu schützen. Auch sei der BDI kein Fan von staatlichen Fördermaßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit. Erwägen könne man aber Anpassungen im Produkthaftungsrecht. Dieter Janecek sprach sich klar für eine verschärfte Produkthaftung insbesondere bei unsicherer Software aus. Auch eine Erweiterung des IT-Sicherheitsgesetzes sei erforderlich. Das BSI müsse unabhängig vom BMI werden, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Wenn der Staat selbst als Hacker agiere (z. B. beim Staatstrojaner) würde dadurch eine wirksame Bekämpfung von Cyberangriffen durch Kriminelle erheblich erschwert. Für den Mittelstand schlug er einen Ausbau des Beratungsangebots vor. Auch staatliche Fördermaßnahmen wie der Digitalboni in Bayern könnten sinnvoll sein, wenn diese differenziert genug wären, um Mitnahmeeffekte der IT-Sicherheitsbranche zu verhindern.

Bundesdruckerei-Studie Digitalisierung und IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen

Das Impulsreferat hielt Oliver Krieg vom Marktforschungsinstitut Kantar Emnid. Er stellte wesentliche Ergebnisse einer aktuellen Studie vor, die sein Haus für die Bundesdruckerei durchgeführt hat. Für „Digitalisierung und IT-Sicherheit 2017“ waren im Frühjahr 556 Verantwortliche für IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern befragt worden. Die repräsentative Befragung ergab einen spannenden Gegensatz: Einerseits sagen drei Viertel aller Befragten, dass IT-Sicherheit für sie die Basis sei, ihr Geschäft erfolgreich zu digitalisieren; gleichzeitig sehen zwei Drittel der Befragten IT-Sicherheit weiterhin vor allem als Kostenfaktor und weniger als Wettbewerbsfaktor.

Das cybersec.lunch ist ein neues regelmäßiges Format des Tagesspiegels. Das Konzept: Zwei Gastredner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stellen ihre Sicht zum jeweiligen Thema der Veranstaltung vor. Anschließend diskutieren sie mit den Teilnehmern – alles in nur einer Mittagspause. Moderiert wird die Veranstaltung von Sascha Klettke, Chef vom Dienst des Tagesspiegel Politikmonitorings und Analyst für Netzpolitik.

 

 

 

 

Allgemein

28.06.2017

Studie Digitalisierung und IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen

Wie steht es um die IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen?

Dateigröße: 767.71 KB

Format: PDF

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28.06.2017

Infografik zur Studie der Bundesdruckerei

Digitalisierung und IT-Sicherheit 2017

Dateigröße: 1.86 MB

Format: PDF

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