Start der eID-Karte für Unionsbürger

Auch Unionsbürger sollen künftig die deutsche Online-Ausweisfunktion im Internet nutzen können. Dafür führte Deutschland am 1. Januar 2021 die neue eID-Karte für Unionsbürger ein.

1. Januar 2021: Start der eID-Karte für Unionsbürger

Immer mehr Verwaltungsdienstleistungen und Services von Privatunternehmen verlagern sich ins Internet. Wer dabei auf „Nummer sicher“ gehen will, nutzt dafür die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises oder elektronischen Aufenthaltstitels. Doch Bürger der Europäischen Union sowie Angehörige des Europäischen Wirtschaftsraums besitzen diesen Ausweis nicht. Damit auch sie sich auf hohem Vertrauensniveau online ausweisen können, kommt jetzt die eID-Karte für Unionsbürger. So kann die Online-Ausweisfunktion immer häufiger in Deutschland und im europäischen Ausland einfach, schnell und sicher verwendet werden.

Neuer Maßstab im europaweiten Wettbewerb der eID-Systeme

Deutsche Online-Nutzer können sich im Netz sicher über die Online-Ausweisfunktion ihres Personalausweises authentifizieren. In Deutschland lebenden Ausländern ist dies durch die Nutzung der Online-Ausweisfunktion ihres elektronischen Aufenthaltstitels möglich. Damit lassen sich auf hohem Vertrauensniveau beispielsweise über das Internet Bankkonten eröffnen, SIM-Karten aktivieren und Verwaltungsleistungen beantragen. EU-Bürger aber, die beispielsweise in Deutschland leben und arbeiten, sowie Angehörige des Europäischen Wirtschaftsraums konnten diese sichere Form der elektronischen Identifikation bislang nicht nutzen. Das ändert sich jetzt mit der eID-Karte für Unionsbürger, die am 1. Januar 2021 eingeführt wurde. Basis dafür ist das eID-Karte-Gesetz (eIDKG).

Fast fünf Millionen EU-Bürger in Deutschland können potenziell von der neuen Karte mit Online-Ausweisfunktion profitieren. Damit könnten sie sich einfach und auf hohem Vertrauensniveau online bei deutschen E-Government- sowie privatwirtschaftlichen Angeboten ausweisen. Denkbar wäre etwa, ein Konto oder ein De-Mail-Konto online zu eröffnen, BAföG oder eine Rentenauskunft digital zu beantragen oder sich bei ELSTER zu registrieren. Bislang hält sich der Nutzen für den neuen Adressatenkreis noch in Grenzen. Aber bis Ende 2022 sollen laut Onlinezugangsgesetz weitere 575 Verwaltungsdienstleistungen deutscher Behörden auch digital zur Verfügung stehen. Sie werden für einen deutlichen Nachfrageschub der Online-Ausweisfunktion sorgen. Gibt es mehr Nutzer, zieht voraussichtlich auch die Wirtschaft nach und bietet ebenfalls weitere Angebote auf Basis der elektronischen Identifikation mit der Online-Ausweisfunktion.

Die eID-Karte, die von Unionsbürgern ab 16 Jahren beantragt werden darf, ist für zehn Jahre gültig. Die Karte, die von der Bundesdruckerei GmbH produziert wird, kostet eine Gebühr von 37 Euro. Sie soll ausschließlich zur Teilnahme an der deutschen bzw. europäischen eID-Infrastruktur dienen, ist aber kein Ausweisdokument. Durch die Karte wird die Online-Ausweisfunktion künftig einem größeren Personenkreis zugänglich sein. Die Bundesregierung will damit Maßstäbe im europaweiten Wettbewerb der eID-Systeme setzen.

Welche deutschen Behörden die eID-Karte ausgeben, bestimmen die Bundesländer. Unionsbürger ohne Wohnsitz in Deutschland können die eID-Karte beim Auswärtigen Amt beantragen. Auch deutsche Staatsangehörige, die im Ausland leben und deshalb bislang keinen Zugang zur Online-Ausweisfunktion hatten, profitieren künftig von der eID-Karte: Sie können die eID-Karte bei ihrer zuständigen Auslandsvertretung der Bundesrepublik beantragen.