„SSI für Deutschland“-Konsortium startet dezentrales Identitätsnetzwerk

Mit dem Ziel ein auf Blockchain basierendes selbstbestimmtes Identitätssystem zu etablieren, hat das Konsortium des Projekts „Self Sovereign Identity (SSI) für Deutschland“ am 21. August 2020 den Betrieb eines dezentralen Netzwerks für digitale Identitäten aufgenommen.

Endanwender können damit ihre Identitätsinformationen selber verwalten und entscheiden, wann und mit wem sie diese teilen möchten.  Der Konsortialpartner Bundesdruckerei bringt Erfahrungen als hoheitlicher ID-Provider und Anwendungsentwickler für E-Government-Projekte ein. Dies beinhaltet die Anbindung und Nutzung hoheitlicher Identitätsdokumente, insbesondere der Onlineausweis-Funktion des Personalausweises mit Hilfe der AusweisApp2. Des Weiteren unterstützt die Bundesdruckerei als Vertrauensanker den sicheren Datenaustausch zwischen zwei Parteien innerhalb des Identitätssystems.

Das Netzwerk wird zunächst als Testnetzwerk mit neun unterschiedlichen Blockchain-Knoten betrieben. Die Knoten bilden das Fundament des Identitätssystems, indem sie die Verfügbarkeit und Unverfälschbarkeit der öffentlichen Prüfdaten sicherstellen. Dies ermöglicht den dezentralen und verifizierbaren Austausch von ausgewählten Identitätsdaten, damit die Privatsphäre der Nutzer bestmöglich bewahrt wird. Innerhalb des nächsten Monats ist eine Erweiterung des dezentralen Netzwerks auf fünfzehn Knoten geplant.

Das dezentrale Identitätsnetzwerk wird zukünftig von einer europäischen Genossenschaft verwaltet. Ziel ist ein offenes Ökosystem für die Identitätsverwaltung in Europa aufzubauen. Die Lösung basiert auf offenen Standards und Open-Source-Technologie und zeichnet sich besonders durch Datensparsamkeit und -transparenz aus. 

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Innovationswettbewerbs “Schaufenster Sichere Digitale Identitäten” gefördert.

Das „SSI für Deutschland“-Konsortium ist ein Zusammenschluss öffentlicher und privater Institutionen. Neben der Bundesdruckerei GmbH sind folgende Partner an dem Projekt beteiligt: 
Main Incubator GmbH (Konsortialführer), Robert Bosch GmbH, esatus AG, Technische Universität Berlin, Creditreform Boniversum GmbH, Commerzbank AG, Deutsche Bahn AG, ING Deutschland (ING-DiBa AG), Verband der Vereine Creditreform e.V., das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Bank-Verlag GmbH, regio iT GmbH, Siemens AG, Stadt Köln, Telekom Innovation Laboratories (Deutsche Telekom AG), GS1 Germany GmbH, Festo SE & Co. KG und Bayerische Motoren Werke AG (BMW AG).