„Lissi“ schließt erste Entwicklungsphase ab

Seine persönlichen Daten selbstbestimmt und auf einfache Weise verwalten. Dies zu erreichen, hat sich die Forschungsinitiative Lissi verschrieben, an der auch die Bundesdruckerei beteiligt ist. Jetzt gibt es ein erstes Ergebnis.

Identitäts-Wallet entwickelt

Die Initiative Lissi forscht zur selbstbestimmten Verwaltung der persönlichen digitalen Identitäten. Lissi ist die Abkürzung für „Let’s initiate self-sovereign identity” (zu Deutsch: Lasst uns eine selbstbestimmte Identität initiieren). Neben der Bundesdruckerei sind an dem Projekt beteiligt: Authada GmbH, comdirect bank AG, Commerz Real AG, Creditreform Boniversum GmbH, Commerzbank AG, Deutsche Bahn AG, esatus AG, Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering GmbH, ING Deutschland, Main Incubator GmbH sowie Verband der Vereine Creditreform e.V.

Die Initiative hat nun die erste Entwicklungsphase abgeschlossen. Die Partner haben gemeinsam eine Identitäts-Wallet für Smartphones entwickelt, die es ermöglicht, persönliche digitale Daten selbst zu verwalten. Nutzer behalten damit die weitreichende Kontrolle über ihre eigenen Identitätsdaten und verlieren diese nicht an dritte Login-Dienste. Sie können somit eigenständig entscheiden, ob und wenn ja, welche Daten an welchen Drittanbieter für welche Dauer übermittelt werden sollen. Die Wallet funktioniert sowohl im iOS (Apple)- als auch im Android (Google)-Betriebssystem.

Mit Blockchain einfache Authentifizierung schaffen

Die Initiative verfolgt das Ziel, ein offenes Ökosystem für Identitäten auf Basis der Blockchain-Technologie zu schaffen und hat hierfür das Thema Self-Sovereign Identity (SSI) erforscht. Viele der existierenden Identitätsmanagement-Lösungen sind bislang weder für Nutzer noch für Unternehmen ausreichend zufriedenstellend. Noch immer ist meist eine Identifikation und Authentifizierung bestehend aus Benutzername und Passwort der allgemeine Standard im Internet.

Die Lösung soll zukünftig im gleichen Maße für natürliche wie juristische Personen, aber auch für Dinge nutzbar sein. Für Aussteller und Verifizierer von Identitätsinformationen entwickelte die Initiative Lissi zusätzlich Anwendungen für Institutionen. Die Blockchain-Lösung erfüllt alle Anforderungen gemäß der DSGVO, da weder personenbezogene Daten noch Hashwerte gespeichert werden.

Für die technische Umsetzung des Prototyps wird eine öffentlich lesbare Blockchain mit eingeschränkten Schreibrechten verwendet, welche auf den Open-Source-Frameworks Hyperledger Aries und Hyperledger Indy aufbaut.

Zweite Phase mit weiteren Partnern startet

In den kommenden Monaten wird die Initiative in einer zweiten Phase fortgeführt. Im Rahmen des Innovationswettbewerbs „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ des BMWi wird die Initiative öffentlich gefördert. Für diese Phase konnten weitere namhafte Partner gewonnen werden. Zu ihnen zählen Robert Bosch GmbH, Deutsche Börse AG, Land Nordrhein-Westfalen, regio iT GmbH, Siemens AG, Stadt Köln, Technische Universität Berlin und die Telekom Innovation Laboratories (Deutsche Telekom AG).