Deutschlands ältestes Start-up wird 20 Jahre

Die Bundesdruckerei-Tochter D-TRUST GmbH feiert Geburtstag: Das Unternehmen – früher ein Trustcenter, heute ein Vertrauensdiensteanbieter – wird 20 Jahre alt.

Als der Bundestag 1997 das „Gesetz zur digitalen Signatur“ verabschiedete, fiel damit der Startschuss für eine ganze Branche: Viele Trustcenter wurden gegründet. D-TRUST nahm ein Jahr später seine Arbeit auf. Mittlerweile wurden aus Trustcentern Vertrauensdiensteanbieter und einige Wettbewerber haben sich schon wieder verabschiedet. Doch bei D-TRUST stehen die Weichen auf Wachstum.

20 Jahre Vertrauen und Sicherheit

Mit einer Handvoll Mitarbeiter fing D-TRUST 1998 an. Über hundert Mitarbeiter zählt das Unternehmen inzwischen. „Obwohl es heute mehr Struktur und eine striktere Aufgabenteilung gibt, ist die Startup-Atmosphäre bei uns nie ganz verschwunden“, freut sich Dr. Kim Nguyen, seit 2012 Geschäftsführer von D-TRUST. Seit 2017 steht ihm Martin Riegel als zweiter Geschäftsführer zur Seite.

Die Anfänge

Bei der Gründung 1998 waren Online-Banking oder der elektronische Einkauf noch Neuland. Mit rechtlichen Vorgaben für digitale Zertifikate schuf der Gesetzgeber eine Basis für den Internet-Handel: Mit Signaturkarte und dem dazugehörigen Zertifikat sollte jeder Teilnehmer sich im Netz ausweisen können. Dafür brauchte man Trustcenter als Instanzen, die solche Identitäten verlässlich bestätigen, Zertifikate ausstellen und verwalten. „Die Mission von D-TRUST war immer, digitale Identitäten nachprüfbar zu machen und Transaktionen abzusichern“, so Nguyen.

D-TRUST steht für Signaturkarten

Signaturkarten, mit denen sich beispielsweise E-Mails verschlüsseln oder signieren lassen, sind das bekannteste D-TRUST-Produkt. Firmen nutzen die Karten beispielsweise, um sich an elektronischen Ausschreibungen zu beteiligen. Meilensteine der Anfangsjahre waren der Aufbau ganzer Trustcenter, etwa bei der Bundesagentur für Arbeit, und die Einführung der Qualifizierten Elektronischen Signatur bei den Industrie- und Handelskammern und verschiedenen Berufsgenossenschaften.

Auch die Ausstattung des Abfallhandels mit qualifizierten Signaturkarten hat D-TRUST trotz kurzer Fristen gemeistert. Wegen des großen Volumens musste das Unternehmen kurzfristig sogar einen weiteren Produktionsstandort betreiben.

Weiterentwicklung zum IT-Sicherheits-Dienstleister

In den Folgejahren hat sich D-TRUST von einem reinen Verkäufer von Signaturkarten zu einem IT-Sicherheits-Dienstleister entwickelt. Die großen Projekte der letzten Dekade sind eng verbunden mit dem Portfolio der Muttergesellschaft Bundesdruckerei. Dabei ragen das ePass-System und der neue Personalausweis heraus. Seit 2005 betreibt D-TRUST die hochsichere Infrastruktur des ePass-Systems und seit 2010 ist das Unternehmen der IT-Sicherheits-Dienstleister für die Bundesdruckerei beim neuen Personalausweis. „Hier sind wir verantwortlich für den eID-Service, das sign-me-System und den Betrieb einer Berechtigungs-Certification-Authority (BerCA). Das alles sind Dienstleistungen, mit denen Unternehmen und Privatkunden die Online-Funktion des Ausweises nutzen können“, so Nguyen.

Vertrauensanker in der digitalen Welt

Mittlerweile heißen Trustcenter Vertrauensdiensteanbieter. Das sind unabhängige Instanzen und Vertrauensanker, die innerhalb der digitalen Welt die Identität einander unbekannter Personen zuverlässig beglaubigen und die entsprechenden Daten sicher verwalten. Sie garantieren Vertraulichkeit, Verbindlichkeit, Fälschungssicherheit und Verlässlichkeit. Das geschieht in einem komplexen Zusammenspiel von Zertifikaten, kryptografischen Schlüsseln und digitalen Signaturen.

Heute ist die Nachfrage nach lokalen Vertrauensspendern groß. Die Devise heißt „Business is global, trust is local“. Hier kann D-TRUST punkten. Denn das Unternehmen bietet Vertrauen und Sicherheit nach deutschem Datenschutzrecht. Vertrauen – in den richtigen Umgang mit persönlichen Daten – ist das Alleinstellungsmerkmal und der Kern von D-TRUST. 

D-TRUST ist einer der wenigen deutschen Vertrauensdiensteanbieter, deren Zertifikate von gängigen Anwendungen als vertrauenswürdig angesehen werden. Zertifikate von D-TRUST sichern beispielsweise die Kommunikation zwischen Anwendern und Servern in der neuen Microsoft Cloud Deutschland ab.