Fünf Faktoren für ein erfolgreiches E-Government in Deutschland

Expertentipp: Fünf Faktoren E-Government

Ob ein E-Government-Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden kann, hängt von einer Reihe ineinander verzahnter Faktoren ab. In unserer Studie „Zukunft E-Government“ sind wir auf die einzelnen Aspekte fundiert eingegangen. Die fünf wichtigsten Faktoren fasst unsere Bundesdruckerei-Expertin Antonia Maas zusammen.

Verwaltung vertrauenswürdig im Netz

Was nützen digitalisierte Verwaltungsangebote, wenn die Bürger sie nicht nutzen? Oder anders gefragt: Wie bringt man die Verwaltungsdienstleistungen ins Netz und die Bürger dazu, Vertrauen in diese Angebote zu setzen? Wir haben fünf Faktoren identifiziert, die E-Government erfolgreich machen.

Antonia Maas

Antonia Maas ist Leiterin der Unternehmenskommunikation der Bundesdruckerei GmbH

Weitsichtige Planung

Ein wesentlicher Faktor eines erfolgreichen E-Governments ist eine weitsichtige und kluge Planung. Sie sollte die bereits vorhandenen und wertvollen Verwaltungsstrukturen offline und online berücksichtigen und von Beginn an bei der Umsetzung des Vorhabens einbeziehen. Vorhandene Ressourcen sollten – schon aus ökonomischen Erwägungen – möglichst vollständig genutzt werden. Ein solches Vorgehen verhindert eine Disruption der Verwaltungsstrukturen, die unabsehbare Schäden zur Folge haben könnte. Anstelle eines grundlegenden Neuentwurfs geht es um ein intelligentes, iteratives Vorgehen, das möglichst viele Stakeholder mitnimmt – gerade auch innerhalb der Verwaltung selbst.

Aufbau von internem Know-how

Entscheidend ist auch der schnelle Aufbau von internem Know-how. Dabei geht es zum einen darum, Mitarbeiter im Umgang mit und im effizienten Einsatz von digitalen Technologien zu schulen. Zum anderen braucht es umfassende interne Expertise, wenn Projekte ausgelagert werden sollen. Die Mitarbeiter brauchen dann Wissen über die einzusetzenden Technologien selbst, die möglichen Optionen in Bezug auf die Umsetzung sowie über eine realistische Einschätzung von Zeit und Kosten.

Bürgerzentrierung bei jedem Schritt

Die Bürger brauchen Vertrauen in digitale Verwaltungsangebote. Nur dann werden sie sie auch nutzen. Deshalb ist ein erfolgreiches E-Government ein bürgerzentriertes E-Government. Ziel muss es sein, dass die Bürger stets die Datensouveränität behalten und sie – je nach Bedarf – Zugriffsrechte an Behörden erteilen und wieder entziehen können.

Sichere digitale Identitäten als Kern

Herzstück der E-Government-Infrastruktur sollten sichere digitale Identitäten sein. Damit kann jeder Bürger gegenüber dem System belegen, dass er tatsächlich die Person ist, für die er sich ausgibt. Angesichts der Begehrlichkeit Krimineller, in den Besitz fremder biometrischer Daten zu kommen, muss E-Government sicher geschützt und die Sicherheit stets angepasst werden. Denn verliert der Nutzer das Vertrauen in die Sicherheit, wird er das System nicht mehr nutzen.

Staat als Entwickler und Betreiber

Aus unserer Sicht ist der Staat selbst geeignet, die notwendigen Technologien zumindest teilweise oder in enger Zusammenarbeit mit Dritten zu entwickeln und bereitzustellen. Der Grund dafür liegt in seiner besonderen Vertrauensposition. Neben sicheren digitalen Identitäten ist etwa auch das Prinzip des „Single Sign-on“ – also der komfortable, sichere und zentrale Zugang zu Verwaltungsdiensten – von entscheidender Bedeutung. Diese Infrastrukturelemente sollten den Bürgern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. So kann verhindert werden, dass Bürger auf unsichere Drittanbieter zurückgreifen.

Fazit

Werden diese fünf Faktoren beim Aufbau einer E-Government-Architektur beherzigt, ist die Grundlage für ein attraktives Angebot geschaffen. Weitere Empfehlungen für die Digitalisierung der Verwaltung geben wir in unserer Studie „Zukunft E-Government“.

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