E-Government 2020: einfache Integration von Geflüchteten

E-Government 2020: einfache Integration von Geflüchteten

Im Jahr 2020 gibt es eine funktionierende digitale Verwaltung in Deutschland. Unsere fünfteilige Serie stellt anhand von Anschauungsbeispielen dar, wie digitalisierte Administrationsprozesse aussehen und wie sie Bürger und Verwaltungen entlasten könnten. Im dritten Teil erläutern wir die einfache Integration von Geflüchteten.

Volle Transparenz

Samira Mansour ist 2018 aus Syrien nach Deutschland geflohen, um dem Bürgerkrieg in ihrem Land zu entkommen. In Deutschland war für sie anfangs vieles neu und unvertraut. Deshalb war sie sehr erleichtert darüber, dass sie den Stand ihres Asylverfahrens zu jeder Zeit online nachverfolgen konnte und nach wie vor kann.

Registrierung und Anmeldung waren denkbar einfach: Mit ihrer Aufenthaltsgestattung – die sie erhalten hatte, um sich während des laufenden Verfahrens ausweisen zu können – konnte sie sich trotz rudimentärer Deutschkenntnisse komfortabel elektronisch auf der E-Government-Plattform identifizieren. Heute nutzt sie für die digitale Kommunikation mit der Verwaltung ihren elektronischen Aufenthaltstitel, den sie als anerkannte Geflüchtete mittlerweile stets bei sich trägt.

Wenige Klicks statt lange Warteschlangen

Über das Bürgerportal hatte sie sich so schnell wie möglich zu staatlich geförderten Deutsch- und Integrationskursen angemeldet und schnell Fortschritte gemacht. Dennoch ist sie auch heute noch erleichtert, dass die Erklärungen und Hilfen auf dem Portal in vielen Sprachen angeboten werden, unter anderem auf Englisch und Arabisch.

Nach den Strapazen der Flucht und den Unsicherheiten des Asylverfahrens fühlt sich Frau Mansour nun bereit, ihre weitere berufliche Zukunft in Hamburg aktiv anzugehen. Schon seit dem Abschluss ihres Informatikstudiums in Aleppo hat sie Ideen für ein Start-up, die sie nun in Deutschland umsetzt. Die Anmeldung ihrer selbstständigen Tätigkeit erledigt sie bequem über das Bürgerportal. Die nötigen Informationen dafür sind auf ihrem Nutzerkonto hinterlegt: der Abschluss und positive Bescheid ihres Asylverfahrens und die entsprechende Erlaubnis, uneingeschränkt in Deutschland zu arbeiten. Sie muss die entsprechenden Daten nur für die zuständigen Behörden – etwa das Finanzamt Altona – freischalten, damit diese sie für den angefragten Verwaltungsvorgang einsehen und verifizieren können.

Rund zwei von drei Gründern (63 Prozent) geben an, dass sie unzufrieden mit der Erledigung amtlicher Angelegenheiten sind – etwa wenn es um den Kontakt zu Verwaltungen, die Erreichbarkeit von öffentlichen Stellen oder die dort erbetene Unterstützung geht.
Quelle: Bitkom*

Fazit

Unsere Vision für E-Government im Jahr 2020 ist heute noch Zukunftsmusik. Damit sich solche Szenarien schnell realisieren lassen, hat die Bundesdruckerei eine Studie erstellt, die die grundlegenden Parameter für eine umfassende und sichere E-Government-Architektur umfasst. Ein wichtiges Ergebnis: Die Bürger müssen die digital angebotenen Verwaltungsdienstleistungen intuitiv nutzen können und diese müssen bürgerzentriert sein. Die Studie „Zukunft E-Government – Vorschläge für eine bürgerfreundliche und sichere Digitalisierung der Verwaltung“ beleuchtet unter anderem die entscheidenden technischen, rechtlichen, politischen sowie gesellschaftlichen Aspekte. Sie können sie unter diesem Artikel kostenlos herunterladen.

 

*Pressemitteilung vom 14.08.2018: Startups sind mit dem Standort Deutschland zufrieden – wenn nur die Verwaltung nicht wäre

Presse

13.12.2018

Studie Zukunft E-Government

Bundesdruckerei stellt Vorschläge für eine bürgerfreundliche und sichere Digitalisierung der Verwaltung vor.

Dateigröße: 410.64 KB

Format: PDF

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